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Schleswig : Debatte um Tempo-30-Zonen nimmt Fahrt auf

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Grüne und SSW sprechen sich für ein strenges Tempolimit in fast der ganzen Stadt aus.

von
erstellt am 09.Mär.2016 | 07:20 Uhr

Seit dem vergangenen Sommer liegt es in den Schubladen im Rathaus: Das 150 Seiten dicke Verkehrskonzept für die Stadt Schleswig. Der brisanteste Vorschlag darin: Fast alle Straßen in der Stadt sollen zu Tempo-30-Zonen erklärt werden. Ausgenommen bleiben nur die Hauptverkehrsachsen wie die Flensburger Straße, die Schubystraße oder der Husumer Baum.

Als das Thema im Herbst im Bauausschuss zur Sprache kam, verhielten sich alle Ratsfraktionen sehr zurückhaltend. Vor einer Entscheidung müsse man das Thema in der Öffentlichkeit breit diskutieren, meinte der Ausschussvorsitzende Klaus Bosholm (SPD).

Dann sprach lange Zeit niemand mehr darüber. Als das Verkehrskonzept Anfang Februar erneut auf der Tagesordnung stand, vertagte man sich noch einmal. Nur die Grünen waren sofort dafür. Jetzt aber wagt sich die zweite Partei aus der Deckung: Die SSW-Fraktion unterstützt die Tempo-30-Idee. Das erklärte Ratsherr Rainer Wittek am Montagabend auf der Generalversammlung des SSW-Ortsvereins im Slesvighus. Von den Mitgliedern erntete er keinen Widerspruch. „Es würde eine gewisse Ruhe in die Wohngebiete hineinbringen“, sagte Wittek. Allerdings wären längst nicht nur Wohnstraßen betroffen, wenn das Verkehrskonzept so umgesetzt würde, wie es das beauftragte Planungsbüro VTT aus Seevetal bei Hamburg vorschlägt. Auch in viel befahrenen Durchgangsstraßen wie der Moltkestraße, der Friedrich-Ebert-Straße, der Suadicanistraße, der Knud-Laward-Straße am Stadthafen und dem Lollfuß würde dann Tempo 30 gelten.

Eine offene Frage ist, ob und wie die verschärften Tempolimits kontrolliert werden sollen. Die Stadt Schleswig darf das nicht selber tun. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden grundsätzlich von der Polizei kontrolliert. Sie kann diese Aufgabe auf den Kreis delegieren. Der Kreis Schleswig-Flensburg besitzt bislang kein eigenes Blitzgerät; der Kreistag hat aber Geld bereitgestellt, um in diesem Jahr eines anzuschaffen.

Zwar stellt die Polizei auch im Stadtgebiet Radarfallen auf, in der Regel aber an Ausfallstraßen wie zum Beispiel der St. Jürgener Straße kurz vor der Einmündung in die B  201. In den bestehenden Tempo-30-Zonen wird ausgesprochen selten geblitzt. Vor den Schulen in der Lutherstraße hat die Stadt ein Messgerät aufgestellt, das den Autofahrern auf einer Leuchttafel ihre Geschwindigkeit anzeigt. Hier gilt bereits Tempo 30. Wer schneller fährt, hat kein Bußgeld zu befürchten, die Stadt setzt vielmehr auf eine „psychologische Wirkung“, so Rathaus-Sprecherin Antje Wendt.

Das nächste Mal wird sich der Bauausschuss auf seiner Sitzung am Dienstag, 22. März (15 Uhr im Rathaus), mit dem Verkehrskonzept beschäftigen. „Wir sollten dann endlich zu Ergebnissen kommen und uns nicht wieder vertagen“, meint Rainer Wittek. „Das Konzept ist inzwischen schließlich bald ein dreiviertel Jahr alt.“

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