Schleswig : Dauereinsatz für den Räumdienst

Werner Krolow (77) musste ordentlich fegen, bevor er in sein Auto steigen konnte.
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Werner Krolow (77) musste ordentlich fegen, bevor er in sein Auto steigen konnte.

40 Mitarbeiter der Umweltdienste kämpften am Donnerstag gegen Schneemassen auf den Straßen der Stadt. Die Polizei spricht derweil von nur wenigen Unfällen.

shz.de von
30. Januar 2015, 07:27 Uhr

Schleswig | Was am Mittwoch noch literweise als Regen vom Himmel prasselte, landete gestern als dicke Schneeschicht auf den Schleswiger Straßen. Den ganzen Tag über, von morgens früh bis in den Abend , fielen teils Haselnuss-große Flocken vom Himmel – und sorgten so für Dauereinsatz bei den Umweltdiensten der Stadtwerke.

Bereits um 4.45 Uhr meldete der zuständige Bereitschaftsführer den ersten Schneefall per Handy. „Schon eine Viertelstunde später waren die ersten Fahrer auf der Straße im Einsatz“, erklärte Mathias Frahm, Leiter der Umweltdienste. „Die meisten von ihnen haben Routine. Das ist ja nicht der erste Wintereinbruch, den wir erleben.“ Einer der Frühaufsteher war Ewald Pohle. Bis zum Nachmittag war er ununterbrochen unterwegs auf Schleswigs Straßen, um gegen den nicht enden wollenden Schneefall anzukämpfen. „Das macht mir alles nichts aus“, erklärte er ganz trocken bei einem kurzen Zwischenstopp. „Wir schaffen das schon.“

Gemeinsam mit Pohle waren insgesamt 40 Mitarbeiter der Umweltdienste im Stadtgebiet unterwegs und befreiten – so gut wie möglich – rund 62 Kilometer Straße und gut 50 Kilometer Rad- und Fußwege vom Schnee. 17 Wagen (vier Großfahrzeuge, sechs Kleintraktoren und sieben Transporter) waren dabei im Einsatz. „In erster Linie müssen die Hauptverkehrsadern und die Wege für den Rettungsdienst frei gehalten werden. Dabei müssen wir besonders die Steigungen etwa an der Flensburger oder der Bismarckstraße im Auge behalten. Aber auch Gehwege, die die Schüler nutzen, haben natürlich Priorität“, so Frahm.

Auch die Wettervorhersagen für die nächsten Tage erfordern, dass die Mitarbeiter der Umweltdienste schon früh morgens erreichbar sind, um gegebenenfalls ausrücken zu können. Einige von ihnen müssen sich dabei auch auf Doppelschichten – morgens und abends – einstellen. „Wir sind zuständig für die Verkehrssicherheit in der Stadt. Da müssen alle Mitarbeiter parat stehen“, sagte Frahm.

Neben dem Räumen geht es dabei auch um das Streuen: Allein gestern landeten mehr als 50 Tonnen Salz sowie Sand-Salz-Gemisch auf den Straßen und Wegen Schleswigs. „Insgesamt haben wir von beidem über 200 Tonnen in unserem Lager an der Werkstraße vorrätig. Das ist reichlich. Trotzdem haben wir heute Morgen gleich Nachschub bestellt“, so Frahm, der neben seinen Mitarbeitern auch die Schleswiger Bürger lobte: „Viele von ihnen haben schon heute Morgen fleißig Schnee geschoben.“

Zu ihnen gehörte auch Werner Krolow. Der 77-Jährige ist einiges an Schnee gewöhnt, war 40 Jahre als Vertreter auf der Straße unterwegs. „Wenn das wie heute den ganzen Tag schneit, kann auch der Räumdienst nicht viel machen“, sagte er und nahm sich und die anderen Verkehrsteilnehmer in die Pflicht. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man bei diesen Straßenverhältnissen einfach etwas früher aufstehen und dann eben vorsichtiger fahren muss“, mahnte er, während er fleißig dabei war, die Windschutzscheibe seines VW Golfs vom Schnee zu befreien.

Dass Krolows gut gemeinter Rat sich schon längst bei den meisten Schleswigern herumgesprochen hatte, bestätigte später Ove Nielsen von der Polizei in Schleswig. „Im Stadtgebiet hatten wir so gut wie keine Einsätze. Nur hier und da stockte es mal. Auf dem Land hingegen gab es etwas mehr für uns zu tun“, sagte er. Dazu gehörten unter anderem mehrere quer gestellte Lkw, etwa auf der A7 an der Ausfahrt Schleswig/Jagel.

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