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Schleswiger Suppenküche : „Das schmeckt nach Liebe“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Seit sieben Jahren bietet die Suppenküche im Jugendzentrum jeden Donnerstag eine warme Mahlzeit an.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2014 | 07:31 Uhr

Wenn zwei Einrichtungen dieselbe gute Idee haben und ihre Kräfte dann bündeln, um sie umzusetzen, kann dabei so etwas Erfolgreiches und Wichtiges wie die Suppenküche im Jugendzentrum entstehen. Vor mittlerweile sieben Jahren setzte sich die Schleswiger Baptistengemeinde mit der damaligen Leitung des Jugendzentrums zusammen, um gemeinsam ein Angebot für bedürftige Menschen auf die Beine zu stellen. Seitdem gibt es in der Wiesenstraße jeden Donnerstag eine kostenlose warme Mahlzeit.

„Heute gibt es Kohlsuppe“, erklärte gestern Ramona Burau, die als eine von 25 Ehrenamtlern beim Kochen hilft. Das ist angesichts der bis zu 60 Gäste eine besondere Herausforderung. Auf einem normalen Kochfeld wäre es unmöglich, zwei große Töpfe parallel unterzubringen – doch ein extra großer Herd macht es möglich. Heidi Petersen ist eine der fünf Köchinnen, die sich an die Zubereitung heranwagt. Sie kommt aus der Landwirtschaft und kennt sich mit großen Mengen aus – so viele Mahlzeiten bereitet sie allerdings auch zu Hause nicht zu.

Doch sie kann nicht nur hervorragend kochen, sondern besorgte diesmal auch viele der Zutaten – neben zwei Kohlköpfen noch allerlei Gemüse. „Am Sonntag lag das als Erntedank-Deko in der Kirche in Eggebek, am Montag wurde es abgeholt, verkocht oder eingefroren“, erklärte sie. Auch die Tafeln aus Schleswig und Kropp würden Lebensmittel bereitstellen.

Die Suppenküche finanziert sich über Spenden. Etwa Kollekten aus Kirchen, „oder Menschen wünschen sich zum Geburtstag keine Geschenke, sondern, dass man uns unterstützt“, erklärten die Frauen. „Auch die Schornsteinfeger sammeln seit sechs Jahren für die Suppenküche“, erklärte Betsy Stuwe. Die gebürtige Amerikanerin ist eine der festen Größen in der Küche.

Das geballte Engagement wissen die 30 Stammkunden zu schätzen. Zu ihnen gehört Tanja Wendt, die mit ihren Kindern Yanneck (8) und Vivian (17) seit fast fünf Jahren „so oft es geht“ in die Suppenküche kommt. Meist ist geschmacklich für die ganze Familie etwas dabei, doch Kohlsuppe ist nicht so der Fall von Tochter Vivian. „Normalerweise esse ich hier sogar Spargel, obwohl ich den nicht mag“, meinte die 17-Jährige. Ihrem jüngeren Bruder schmeckte es dagegen sichtlich. „Yanneck ist ein Allesesser, der auch mal seine vegetarischen Phasen hat“, schmunzelte seine Mutter. Sollte er länger eine solche Phase durchleben, wird er trotzdem immer satt, denn es gibt stets auch ein vegetarisches Angebot.

Dabei geht es in der Suppenküche um mehr, als mit vollem Magen nach Hause zu gehen: Das Miteinander ist ein wichtiger Bestandteil – nicht nur unter den Besuchern, auch unter den freiwilligen Helfern. Sie führen beim Schnippeln in der Küche nette Gespräche und lernen sich besser kennen. Und wo so ein gutes Arbeitsklima herrscht, da sind auch die Gäste zufrieden: 99,9 Prozent der Rückmeldungen seien positiv. Die gute Hausmannskost erinnere viele an ihre Kindheit, als die Mutter gekocht hat. Doch das schönste Lob, das Betsy Stuwe in der Suppenküche gehört hat, lautete: „Das schmeckt nach Liebe.“ > Die Suppenküche im Jugendzentrum in der Wiesenstraße 5 ist donnerstags von 13 bis 15 Uhr geöffnet.

 

 

 

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