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Dänisches Årsmøde in Schleswig : Das rot-weiße Familientreffen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Rund 2500 Angehörige der dänischen Minderheit feiern ihr Jahrestreffen auf dem SIF-Platz.

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2016 | 07:36 Uhr

„Hyggelig“ war es. Dieses urdänische Wort für gesellige Gemütlichkeit und Fröhlichkeit beschreibt die Stimmung, die am Sonntag auf dem Jahrestreffen der dänischen Minderheit, dem „Årsmøde“ herrschte. Rund 2500 Besucher auf das Gelände des SIF-Sportplatzes an der Flensburger Straße gekommen. Das mit einem Umzug von der Hiort-Lorenzen-Skolen aus startete.

„Es hat die Atmosphäre eines Familienfestes, auf dem sich alle Vereine und Institutionen der dänischen Minderheit aus dem Kreis Schleswig-Gottorf präsentieren können“, sagte Lars Thomsen, der sich als Kreissekretär des SSW an vorderster Front für die dänische Minderheit engagiert. Er war angesichts des regnerischen Wetters zufrieden, dass alle Vorführungen auf dem Rasen wie geplant stattfinden konnten.

Charlotte Pedersen, 43-jährige Lehrerin aus Dannewerk, nahm das erste Mal an dem Jahrestreffen teil. „Es ist sehr schön, dass hier so viel für die Kinder gemacht und angeboten wird“, freute sich die gebürtige Dänin über das familienfreundliche Angebot. Mittendrin in den Sport- und Tanzvorführungen ihre sechsjährige Tochter Benedikte, die sich gemeinsam mit weiteren Kindern des Kindergartens an der Hiort-Lorenzen-Schule zu den Klängen der dänischen Liedermacherin Tine Mynster bewegte.

Schon seit mehr als 20 Jahren ist auch Andreas Lange (52) aus Lürschau der dänischen Minderheit und ihren Einrichtungen verbunden. Die Herzlichkeit, das offene und gemütliche Miteinander der Dänen und mit Dänemark verbundenen Menschen gefielen ihm und seiner Frau Tanja (46) besonders, erzählte er. Auch deshalb seien beide Mitglied im Sydslesvigsk Forening (SSF), dem dänischen Kulturverband in Südschleswig. „Wir schätzen beispielsweise besonders die gute und intensive Betreuung der Kinder im Kindergarten und Schule. Hier hat man das Gefühl, dass Lehrer und Kinder gemeinsam einen Lernerfolg erzielen und die Pädagogen Lust auf ihre Arbeit haben“, zeigte sich der Vater dreier Kinder im Alter von drei, sieben und 26 Jahren überzeugt. Das Engagement spiegelte sich für ihn auch in dem vielfältigen Angebot der Veranstaltung wieder.

In der Tat gab es von der klassischen Hüpfburg über Ponyreiten bis hin zu Luftballon-Spielen und Kinderschminken alles, was das Kinderherz erfreut. „Das ist ein echtes Volksfest für die dänische Minderheit“, meinte auch Brita Hecker. Die Bibliothekarin aus der dänischen Bibliothek in der Bismarckstraße bot an ihrem Stand auf dem SIF-Platz Geschicklichkeitsspiele an.

Das Jahrestreffen hat unterdessen immer auch eine politische Dimension.

Nicht nur nach Schleswig, sondern auch in die Nachbarstädten wie Flensburg und Husum schickte die Kopenhagener Regierung wieder hochrangige Vertreter. In Schleswig sprach neben Bürgermeister Arthur Christiansen und dem stellvertretenden Bürgervorsteher und SSW-Ratsherrn Rainer Wittek auch die dänische Unterrichtsministerin Ellen Trane Nørby zu den Mitgliedern der Minderheit. Parallel würdigte auf dem Jahrestreffen in Flensburg Ministerpräsident Torsten Albig das gute Verhältnis zwischen Deutschen und Dänen. „Die Drähte zwischen Schleswig-Holstein und Kopenhagen sind so kurz und vielfältig wie seit 1864 nicht mehr“, meinte er. Hartmut Koschyk, der Minderheitenbeauftragte der Bundesregierung, lobte die Minderheiten beiderseits der deutsch-dänischen Grenze als Brückenbauer, ihr Projekt als „gelungene grenzüberschreitende Friedenspolitik auch aus europäischer Perspektive“.

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