Das rollende Betten-Studio erobert die Republik

Ein umgebauter Paket-Service-Wagen hilft Geschäftsführer Clemens Winter dabei, die für jeden Kunden individuell eingestellte „Laroma“-Matratze ab sofort in ganz Deutschland zu präsentieren – und dadurch auch verkaufen zu können.
Ein umgebauter Paket-Service-Wagen hilft Geschäftsführer Clemens Winter dabei, die für jeden Kunden individuell eingestellte „Laroma“-Matratze ab sofort in ganz Deutschland zu präsentieren – und dadurch auch verkaufen zu können.

Schleswiger Familienbetrieb stellt Matratze mit integriertem Lattenrost her und macht Anpassungen nun vor Ort

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12. März 2014, 08:00 Uhr

Der endgültige Durchbruch gelang im Februar 2012. Damals präsentierte der Schleswiger Gerhard Winter im MDR-Magazin „Einfach genial“ seine Erfindung erstmals bundesweit einer breiten Öffentlichkeit: eine Matratze mit integriertem Lattenrost, die sich – individuell und millimetergenau eingestellt – der Körperform und dem Gewicht anpasst und somit die Wirbelsäule während des Schlafs deutlich entlastet. Spätestes seit der Ausstrahlung dieser Sendung ist die „Laroma“-Matratze längst mehr geworden als ein Geheimtipp für Rückengeschädigte. „Danach kamen Anfragen aus ganz Deutschland“, erzählt Clemens Winter, der das Geschäft inzwischen von seinem Vater übernommen hat, „das hatten wir so nicht erwartet“.

So stellte die große Nachfrage den kleinen Schleswiger Familienbetrieb vor große Herausforderungen. Denn bereits zuvor war die Manufaktur mit der Produktion der individuell angepassten Matratzen gut ausgelastet. Inzwischen stellen die drei Mitarbeiter über 300 Exemplare inklusive Motorrahmen und Kopfkissen her. „Wir sind an der Kapazitätsgrenze, deswegen werden wir sicherlich in Zukunft expandieren.“

Das wiederum könnte auch notwendig werden, weil sich Clemens Winter gemeinsam mit seinem Geschäftsführer-Kollegen Heinz-Eberhard Müller jetzt etwas besonderes ausgedacht hat: das rollende Bettenstudio. Bislang war es nämlich so, dass interessierte Kunden ins „Laroma“-Geschäft am Gallberg in Schleswig kommen mussten. Schließlich kann die Matratze erst dann individuell eingestellt werden, wenn man darauf Probe gelegen hat und ein Messgerät dabei die Daten liest. „Das ist jetzt dank des Wagens in ganz Deutschland möglich. Wir haben ein richtiges kleines Verkaufsstudio samt Bett gebaut. Das eröffnet sowohl uns als auch den Kunden ganz andere Möglichkeiten“, sagt Winter.

Wenn eine bestimmte Anzahl von Kundenanfragen vorliegt, arbeiten die „Laroma“-Macher jetzt eine Route aus und besuchen die Kunden direkt vor Ort – deutschlandweit. „Die ersten Erfahrungen waren sehr gut. Aus 70 bis 80 Prozent der Besuche werden am Ende Aufträge“, sagt Winter, der die Touren meist selbst unternimmt.

Hilfreich ist dabei auch ein neu überarbeitetes System der Software für den Einstellrahmen der Matratze. „Es dauert keine fünf Minuten, dann sind die Daten gespeichert. Und genau so schnell merken die Kunden meistens auch, dass man auf unseren Matratzen ganz anders, also viel besser, liegt“, erzählt Heinz-Eberhard Müller, der selbst zunächst „Laroma“-Kunde war und inzwischen seit fünf Jahren („aus tiefer Überzeugung, denn meine Rückenschmerzen sind Vergangenheit“) für das Unternehmen arbeitet.

Wer sich für eine der individuell angepassten Matratzen entscheidet, setzt auf übrigens ein Produkt „Made in Norddeutschland“. Denn die Holzteile für den Rahmen werden von der Eckernförder Diakonie-Werkstatt, die Lattenroste werden in Schnarup-Thumby zusammengesetzt, der Schaum für die Auflage kommt aus Hamburg, der Bezugstoff aus Bremen. Die Endmontage findet schließlich in der „Laroma“-Werkstatt auf dem ehemaligen Schleswiger Kasernengelände auf der Freiheit statt.

>Infos: www.laroma.de

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