zur Navigation springen

Schleswig : Das „Quartier 36“ nimmt Formen an

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Umbauarbeiten am ehemaligen Kreiswehrersatzamt sind in vollem Gange. Die Gewoba Nord bekräftigt auch ihr Interesse am alten Krankenhaus.

von
erstellt am 24.Apr.2016 | 06:45 Uhr

Von außen ist es nicht zu übersehen: Es tut sich etwas im und am ehemaligen Kreiswehrersatzamt in der Moltkestraße. Das 1880 erbaute stattliche Haus ist bis oben hin eingerüstet. Handwerker gehen ein und aus, bis auf die Straße hört man von innen heraus Bohr- und Sägegeräusche. „Hier soll möglichst schnell wieder Leben rein. Im August werden die ersten Mieter einziehen, einen Monat später wollen wir mit einem Großteil der Arbeiten fertig sein“, sagt Steffan Liebscher, Vorstand der Gewoba Nord.

Die Baugenossenschaft hat ihren Hauptsitz direkt nebenan. Auch deshalb hat man gleich zugeschlagen, als das ehemalige Kasernengebäude zum Kauf stand. „Wir wissen von anderen Investoren, die das Haus abgerissen und durch einen Funktionsbau ersetzt hätten. Das wollten wir gerne verhindern“, sagt Peter Kübel, Abteilungsleiter Bauleitung bei der Gewoba. Nun bleibt die Außenfassade des Gebäudes erhalten. Sie wird allerdings grundlegend gereinigt. Zudem bekommt das nicht denkmalgeschützte Haus neue Fenster und einen neuen Eingangsbereich. Gravierender werden hingegen die Veränderungen im Innern sein. Im Foyer werden die Zwischendecken entfernt, so dass eine Art Atrium entsteht. Daneben wird ein Aufzug installiert. Denn bislang gibt es nur breite Treppenaufgänge im „Quartier 36“, wie das Gebäude künftig heißen soll. Der Name ist das Ergebnis eines Wettbewerbes unter den Gewoba-Mitarbeitern. „Er setzt sich zusammen aus den für Schleswig typischen ,Quartier’-Bezeichnungen und der Hausnummer 36“, erklärt Liebscher.

Die Pläne der Baugenossenschaft für die künftige Nutzung des Hauses sind derweil ambitioniert. Aberman sei auf einem guten Weg. Bereits in der kommenden Woche werde voraussichtlich der Vertrag mit dem Betreiber der Kita unterschrieben, die in den Südflügel der Untergeschosses einzieht. Im Norden entsteht ein Stadtteilbüro und ein großer Multifunktionsraum, der vorwiegend von Gewoba-Mitgliedern genutzt werden soll, aber auch von Vereinen oder Gruppen angemietet werden könnte. Im mittleren Bereich schließlich wird künftig ein Café sein, dass die Gewoba zunächst selbst betreiben möchte. Dort könnten künftig nicht nur die Eltern der Kindergartenkinder, sondern auch die Mitarbeiter der Gewoba ihre Mittagspause verbringen. Letztere wiederum werden sich auch darüber freuen können, was im Dachgeschoss entsteht. „Hier werden Gästezimmer eingerichtet, wenn wir mal längere Fortbildungen haben oder neue Mitarbeiter noch keine neue Wohnung gefunden haben“, erklärt Liebscher. Daneben seien Fitness- und Pausenräume geplant. „Es geht heute viel um die sogenannte Work-Life-Balance. Wir wollen deshalb einen Mehrwert für unsere Angestellten schaffen.“ Diesen dürften dann auch die 70 Mitarbeiter der Gewoba-Tochter BOD genießen, die ins zweite Obergeschoss einziehen. Wer künftig die Büroflächen eine Etage tiefer nutzt, ist indes noch nicht klar. Erste Anfragen gebe es aber bereits. Platz ist zumindest genug da: pro Stockwerk 830 Quadratmeter. „Bei der Gestaltung der Räume wollen wir die Mieter mit einbeziehen. Deshalb bereiten wir erst einmal nur alles vor. Der Feinschliff kommt dann“, sagt Bauleiter Kübel.

Das gilt auch für eine mögliche architektonische Verbindung zwischen Hauptsitz und „Quartier 36“, etwa durch eine Brücke. „Da ist vieles vorstellbar. Ideen haben wir einige“, betont Steffan Liebscher – und hat dabei auch die weitere Nachbarschaft im Blick. Einerseits ist in den kommenden Jahren ein weiterer Neubau im hinteren Bereich des Kreiswehrersatzamt geplant. Andererseits sei die Gewoba noch immer stark am Kauf des alten Martin-Luther-Krankenhauses, das ab Sommer leer stehen wird, interessiert. „In dem Gebäude sehen wir großes Potenzial und eine Chance, etwa um die Stadt Schleswig weiter als Gesundheitszentrum auszubauen. Von der Lang- und Kurzzeitpflege bis hin zum betreuten Wohnen ist dort alles möglich“, meint der Gewoba-Vorstand, der sich in diesem Zusammenhang auch Innovationsbereitschaft bei der Stadt und dem Kreis als Eigentümer der Immobilie wünscht.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen