Pläne fürs Stadt-Hamburg-Grundstück : „Das passt gut ins Stadtbild“

Perspektivische Darstellung der geplanten Senioren-Residenz mit dem Durchblick vom unteren Lollfuß aus auf Schloss Gottorf.
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Perspektivische Darstellung der geplanten Senioren-Residenz mit dem Durchblick vom unteren Lollfuß aus auf Schloss Gottorf.

Der Schleswiger Bauausschuss stimmt den überarbeiteten Architektenpläne für eine Pflegeeinrichtung am Schlossgraben einhellig zu.

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15. Mai 2015, 07:00 Uhr

„Gratulation“, sagte Bürgermeister Arthur Christiansen zu den Bauplänen für die neue Senioren-Residenz, die zwischen Lollfuß und Schlossinsel entstehen soll – dort, wo bis vor Kurzem noch die Hotelruine von „Stadt Hamburg“ gestanden hat. „Der ästhetische Baustil passt gut ins Stadtbild“, meinte Christiansen. Ähnlich positiv reagierten auch die Mitglieder des Bauausschusses in der jüngsten Sitzung auf die überarbeitete Neufassung des Bremer Architektenentwurfs. Die Pläne kamen bei den Schleswiger Politikern gut an: „Sehr gelungen“, hieß es in den Fraktionen. Eine entsprechende Anpassung des Bebauungsplanes wurde daher einstimmig empfohlen, so dass im Juni die letzte Entscheidungsinstanz, die Ratsversammlung, für das Projekt keine weiteren Hürden in den Weg stellen dürfte.

Erst danach kann die „VitaCare“ als Projektbetreiberin den Bauantrag stellen. Geschäftsführer Andreas Anspach (44), der das Pflegeheim an der Stampfmühle betreibt, erklärte auf SN-Anfrage: „Wir rechnen damit, dass wir nach der Genehmigung unseres Bauantrags bereits im Spätherbst mit dem Bau beginnen können.“ Er freue sich über die Zustimmung für das Projekt, betonte Anspach. Denn anfangs hatte es bei der Vorstellung der ersten Pläne einige kleine Meinungsverschiedenheiten gegeben, wie Bauausschuss-Vorsitzender Klaus Bosholm (SPD) einräumte. Er hatte bemängelt, dass der dreigeschossige Baukomplex zu weit von der Straße zurückversetzt angeordnet sei. „Mir liegt an einer geschlossenen Straßenrand-Bebauung, auch an dieser Stelle“, meinte Bosholm. Sein Einwand ist nun vom Tisch, denn der neueste Entwurf zeigt eine Raumkante, die die Linie zu den benachbarten Gebäuden im Straßenzug aufrecht erhält. Gleichzeitig soll die Kante dazu dienen, das relativ starke Gefälle entlang des unteren Lollfuß-Straßenzuges optisch aufzufangen, gleichzeitig aber auch Schutz vor Überschwemmungen von der Schlei zu bieten. Die neue Senioren-Residenz, die mit der Pflegeeinrichtung an der Stampfmühle gepaart ist, soll für 106 Betten angelegt sein. Geplant sind fast nur Einbett-Zimmer. Laut Anspach werden für die Pflegeeinrichtung 62 Vollzeitkräfte und weitere Teilzeit-Beschäftigte eingestellt werden, zusätzlich entstehen elf neue Ausbildungsplätze.

Der schlichte moderne Baustil der Seniorenanlage stieß bei den Ausschussmitgliedern auf breite Zustimmung. Denn dadurch werde eine architektonische Zurückhaltung gegenüber Schloss Gottorf sowie dem alten Zollhaus erkennbar, hieß es. Die Pflegeeinrichtung erhält eine Backsteinfassade in grau-beigem Ton, das Dach wird ausgestattet mit hellgrauem Zinkblech. Abstimmungsgespräche darüber hätten zudem mit der Stiftung Schleswig-Holsteinischer Landesmuseen stattgefunden, erklärt Anspach.

Was offenbar eine Vorfreude auf das Bauprojekt auslöst, ist die geplante Durchlässigkeit zur Schlossinsel: Ein Flanierweg zwischen Senioreneinrichtung und Zollhaus wird den Blick auf Schloss Gottorf schon vom Lollfuß aus zulassen. Das wünschen sich die Lollfußer Anwohner bekanntlich seit Langem. Der Verbindungsweg soll durch das Gelände der Pflegeeinrichtung bis zur Brücke am Burggraben führen, über die man zur Schlossinsel gelangt. In diesem öffentlich zugänglichen Park will man den alten Baumbestand überwiegend erhalten.

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