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Schleswigs Kaufleute in Sorge : Das Parkhaus als tickende Zeitbombe

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Interessengemeinschaft Ladenstraße drängt bei der Stadt Schleswig auf eine rasche Lösung des Parkhaus-Problems.

shz.de von
erstellt am 16.Mär.2016 | 07:19 Uhr

Bewusst hatte der Vorstand der Interessengemeinschaft Ladenstraße (IGL) für ihre Jahresversammlung das Capitol-Café ausgewählt – Inhaberin Elke Tauer-Hansen ist neu im rund 60 Mitglieder zählenden Verein. Im Rückblick sprach der Vorsitzende Klaus-Peter Jeß, der im Anschluss einstimmig wiedergewählt wurde, von einem „nicht so ganz einfachen“ Jahr 2015 für die Gewerbetreibenden im Stadtweg. Zum einen lebt der Verein finanziell von seinen Rücklagen, da durch rückläufige Mitgliederzahlen die Beiträge nicht mehr kostendeckend sind. Zum anderen gebe es nach wie vor hohe Leerstände im Stadtweg, gerade außerhalb der Ferien eine mangelnde Besucherfrequenz und zunehmende Parkplatznot.

Es sei „allerhöchste Eisenbahn“, das marode, teilweise gesperrte Parkhaus zu überplanen: „Die Zeitbombe tickt“, so Jeß. Hierbei wäre es sinnvoll, waren sich die Anwesenden einig, ein Parkleitsystem einzurichten, um auf freie Flächen etwa am Stadtfeld aufmerksam zu machen. Zudem appellierte Jeß an Dauernutzer des Parkhauses, ihr Auto auf den oberen Ebenen abzustellen – viele Ortsfremde führen von der Königstraße ins Parkhaus und fänden selten den Weg nach oben. Er regte hier eine bessere Beschilderung an.

Während die IGL-Mitglieder die Stadt beim Parkhaus in die Pflicht nehmen, wissen sie, dass ihr in anderer Hinsicht die Hände gebunden sind: Die Erweiterung des Areals beim Real-Markt an der Flensburger Straße wird ebenso wenig zu verhindern sein wie das neue Gewerbegebiet an der Grenze zwischen Friedrichsberg und Busdorf. Die Erschließung von Verkaufsflächen „auf der grünen Wiese“ kritisierte Jeß: „Das ist nicht in unserem Sinne.“

Um dem Besucherschwund im Stadtweg entgegenzuwirken, setzt die IGL vermehrt auf das Internet. Helge Thomsen, dessen Frau Christine die Schleswiger Cubus-Filiale leitet und in ihrem Amt als Beirätin bestätigt wurde, stellte die modernisierte Webseite vor, die unter www.einkaufeninschleswig.de zu finden ist. Das „dynamische Design“ passe sich an alle Geräte vom Smartphone bis zum Fernseher an. „Jedes Mitglied kann selber Inhalte eingeben“ und könne so sein Geschäft kurz vorstellen sowie Angebote und Aktionen präsentieren, erklärte er.

Rüdiger Knospe, der sich selbst etwas scherzhaft „Marketinger“ Schleswigs nannte, um sich von dem Begriff Stadtmanager zu lösen, warb für die Teilnahme an einer besonderen Aktion. Er ließ Schlüsselanhänger mit dem neuen Logo der Stadt herumgehen und erklärte, dass die verkauften Exemplare ihren Besitzern ab April kleine Präsente oder Rabattaktionen bescheren sollen. Dafür sind die Anhänger durchnummeriert – von 1 bis 999. Nur die Schlüsselanhänger mit der jeweils richtigen Nummer gewinnen.

Darüber hinaus soll während des Baltic Open Airs im August erstmals ein Shuttle-Bus zwischen Freiheit und Innenstadt pendeln. Auch um dänische Gäste wolle man sich weiter verstärkt bemühen.

Von Seiten der IGL sind drei verkaufsoffene Sonntage geplant – der erste an diesem Wochenende. Daneben gibt es die üblichen Aktionen vom Osternest bis zum Weihnachtsmarkt – diesmal bis zum 29. Dezember.

Trotz aller Herausforderungen sieht Klaus-Peter Jeß auch Entwicklungen, die optimistisch stimmten: Die Fortschritte beim Erwerb der Hertie-Immobilie und die Neuansiedlung eines Spielwarengeschäfts im ehemaligen Nootbaar-Gebäude.

 

 

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