Gemeindehaus am Brautsee : Das lange Warten auf die Sanierung

Die Domglocke vor dem St. Jürgener Gemeindezentrum ist wieder da: Pastorin Christiana Lasch-Pittkowski freut sich über das Zeichen der Zugehörigkeit zur Domgemeinde.
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Die Domglocke vor dem St. Jürgener Gemeindezentrum ist wieder da: Pastorin Christiana Lasch-Pittkowski freut sich über das Zeichen der Zugehörigkeit zur Domgemeinde.

Das St. Jürgener Gemeindehaus wurde nach über einem halben Jahrhundert grunderneuert – und nicht geschlossen.

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22. Dezember 2014, 13:41 Uhr

Düster, müffelnd und mit einer grünen Gardine, die so alt war wie das Gebäude selber: So kennen die St. Jürgener ihr Gemeindehaus Am Brautsee seit vielen Jahrzehnten. Schon 1992 hieß es nach einer Baubegehung: „Die Teeküche ist sehr veraltet.“ Ähnliches galt für Fenster und Fliesen. Doch jetzt erinnert in den gemütlichen Räumen nichts mehr an diesen Zustand. Davon überzeugten sich viele Besucher am Wochenende, als das Gemeindehaus nach fünfwöchiger Renovierungsphase wieder eröffnet wurde – auf den Tag genau 51 Jahre nach seiner Einweihung. „Es ist mir eine große Freude, dass wir heute hier in diesen schönen Räumen sein können“, erklärte Dompastorin Christiana Lasch-Pittkowski.

Dass dies nicht selbstverständlich ist, daran hatte zuvor ihr Kollege Michael Dübbers erinnert: „Wie lange wurde über den Standort St. Jürgen diskutiert?“ Im Zuge dieser Diskussion vor einigen Jahren wollte der damalige Kirchenvorstand der Domgemeinde das Gebäude sogar veräußern – zog diesen Beschluss aber wieder zurück. Seitdem hatte sich Pastorin Christiana Lasch-Pittkowski dafür eingesetzt, das Haus als Zentrum des Stadtteils St.  Jürgen wieder einladender herzurichten.

Ende dieses Jahres zahlte sich ihre Hartnäckigkeit aus: Am 6. November beschloss der Kirchengemeinderat die Renovierung des Gemeindezentrums, „und am nächsten Tag wurden bereits die Aufträge an die Firmen erteilt“, erinnert sie sich. Verantwortlich für die gute Koordination war Michael Marquardt als neu gewähltes Mitglied des Kirchengemeinderats. Der Zeitplan wurde eingehalten, denn die Zielvorgabe war klar: „Für den 17.  Dezember war eine Weihnachtsfeier für Senioren in den Räumen geplant, daher mussten wir am 16. Dezember fertig sein“, sagte Lasch-Pittkowski. Oft sei es dann ja so, dass die Gäste vorne hineingingen und die Handwerker durch die Hintertür hinaus – nicht so in St. Jürgen: „Alles ist zum angepeilten Termin fertig geworden“, freute sich Michael Marquardt. Besonders stolz sei er darauf, dass man für die Arbeiten nur Handwerksbetriebe aus Schleswig engagiert habe – mit Erfolg. „Vielleicht sollten wir uns auch um den Hauptstadtflughafen in Berlin kümmern“, schmunzelte er angesichts der erfolgreichen Zusammenarbeit. So wurden binnen fünf Wochen nicht nur die Küche erneuert, sondern auch die Gardinen ausgetauscht, Wände gestrichen und neue, hellere Lampen angebaut. Im großen Saal wurde ein Podest entfernt, Boden sowie Tische abgeschliffen und Stühle neu gepolstert. Zudem sorgt eine neue Decke für eine verbesserte Akustik. Rund 60  000 Euro habe die Renovierung gekostet, erläuterte Christiana Lasch-Pittkowski. Aber das nächste Sorgenkind habe man bereits im Auge: das Dach. „Den nächsten Sturm Christian wird es nicht überstehen“, meinte Marquardt. Und die Dompastorin stimmte ihm zu: „Die Pfannen zerbröseln.“

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