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Tod durch Rattengift : Das kurze Glück mit Kater Randy

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Haustier einer Frau aus Silberstedt stirbt offenbar an Rattengift. In einem emotionalen Appell warnt sie vor der Gefahr.

shz.de von
erstellt am 28.Sep.2014 | 15:22 Uhr

Silberstedt | Martina Schulz trauert um ihren Kater. „Randy starb an Rattengift, die Anzeichen waren eindeutig“, sagt die 55-jährige Witwe aus Silberstedt (Kreis Schleswig-Flensburg). Die Nachbarn hatten Randy Ende August auf ihrem Grundstück in der angrenzenden Straße Heidekoppel unter einem Gartenhaus tot aufgefunden. Zwei lange Wochen war das Tier verschwunden.

In einem bewegenden Flugblatt, das sie in den anliegenden vier Straßen verteilt hat, drückt Martina Schulz die Trauer über den Verlust ihres geliebten Katers aus. „Ich wollte leben“ lautet die Überschrift des mit einem Foto von Randy versehenen Flyers. Und weiter heißt es: „… aber unsachgemäße Handhabung/Ablage von Rattengift ließ es nicht zu! Was habe ich den Menschen getan?“ Das Flugblatt soll auch dazu dienen, die Anwohner über die Gefahren von Rattengift zu informieren.

Bereits bei der verzweifelten Suche nach ihrem Kater hatte sich Martina Schulz an die Öffentlichkeit gewandt und in Silberstedt und Umgebung rund 1000 Flyer verteilt. Zudem hatte die freiberuflich Tätige mehrere Anzeigen, auch in unserer Zeitung, geschaltet. „Viele tierliebe Menschen haben sechs Monate lang gekämpft, um Randys Gesundheitszustand zu verbessern“, berichtet Schulz. Der nach Schätzungen zirka zwei Jahre alte Kater hatte bereits eine längere Leidenszeit hinter sich, ehe Martina Schulz den Stubentiger zu sich holte. „Randy stammte aus dem Schleswiger Tierheim, das den kranken und unterernährten Kater aus einer Messie-Tierhaltung aufnahm“, berichtet die trauernde Besitzerin. Dank ihrer Hilfe, der Mitarbeit einer guten Freundin, dem Tierheim Schleswig und zwei Tierärzten habe das schwer traumatisierte Tier therapiert und wieder fit gemacht werden können.

Der Tod von Randy ist in Silberstedt derzeit zum Glück wohl nur ein Einzelfall. Der örtlichen Polizeistation sowie Bürgermeister Peter Johannsen sind keine weiteren Katzen oder Hunde bekannt, die an Rattengift verstorben sind. „Derzeit besteht kein Problem mit Schädlingen innerhalb des Gemeindegebietes. Bekämpfungsmaßnahmen von Seiten der Gemeinde werden daher nicht durchgeführt“, erklärt Johannsen auf Nachfrage unserer Zeitung.

„Wer Rattengift auslegt, sollte sicherstellen, dass Kinder und Haustiere nicht in die Nähe gelangen können“, warnt Dr. Martin Ebbecke von der Giftinformationszentrale Göttingen. Um ungewollte Ansiedlungen von Schädlingen zu vermeiden, rät Experte Hark Herrfurth von der Schleswiger Firma Hartmann Chemie: „Anwohner sollten Schädlingen keine Nahrungs- und Nistgrundlage bieten, Obst und Eierschalen sollen in der braunen Tonne, nicht auf dem Komposthaufen entsorgt werden. Ferner ist bei der Fütterung von Vögeln darauf zu achten, die Futterreste vor der Nacht zu beseitigen und Vogeltränken abzudecken oder wegzustellen“, so Herrfurth.

Wer den giftigen Köder auslegte, der Randy zum Verhängnis wurde, weiß Martina Schulz nicht. Sie hofft aber inständig, dass nicht noch mehr Katzen in der Umgebung an Rattengift sterben müssen.

Bei Vergiftungserscheinungen gilt es, sich umgehend mit der Giftinformationszentrale (Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) unter der Telefonnummer 0551-19 24 0 oder dem nächstgelegenen Arzt/Tierarzt in Verbindung zu setzen. Hilfreich ist, die Produktbezeichnung und den Hersteller des Rattengifts zu benennen, um schnelle Gegenmaßnahmen einleiten zu können.
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