Schleswig hilft : Das Kinderparadies von St. Jürgen

In der Tageseinrichtung des Kinderschutzbundes werden bis zu 20 Jungen und Mädchen betreut. Weitere Räume werden gebraucht.

23-57516820_23-66042403_1417184830.JPG von
29. November 2019, 15:31 Uhr

Schleswig | Um kurz nach zwölf zieht Leben ein ins „Kinderparadies“. Die ersten Jungen und Mädchen sind aus der Schule gekommen. Lachen und Kreischen schallt durch die Räume. Zwei Jungs haben sich ins Spielzimmer verzogen, wo sie sich nach dem stundenlangen Stillsitzen am Vormittag erstmal austoben. Einen Stapel aus großen Schaumstoffwürfeln und -matten haben sie kurzerhand zu einer Rutsche umfunktioniert.

Nebenan in der Küche wartet auf dem Tisch bereits kleingeschnippeltes Obst und Gemüse auf die hungrigen Mäuler. Dazu gibt es heute Müsli zu Mittag. „Und von der Kartoffelsuppe von gestern ist auch noch was da“, sagt Erzieherin Doris Riemann.

kerze-klein
 

Doch gegessen wird erst, wenn alle da sind. Bis dahin werden am langen Küchentisch erste Hausaufgaben erledigt. Doris Riemann und Praktikantin Dana Folger helfen den Grundschülern beim Rechnen und Schreiben. Hilfe, die den Jungen und Mädchen zu Hause kaum zuteil würde. Viele der Sechs- bis Zwölfjährigen, die täglich im „Kinderparadies“ betreut werden, stammen aus sozial schwachen Familien. Die meisten leben im Stadtteil St. Jürgen.

Die räumlichen Verhältnisse in der ehemaligen Hausmeisterwohnung sind beengt.

Seit 1996 befindet sich das „Kinderparadies“ in der Gallbergschule. Aber die räumlichen Verhältnisse in der ehemaligen Hausmeisterwohnung sind beengt. Dabei ist der Bedarf groß. 15 bis 20 Kinder werden in der Einrichtung betreut, die Warteliste ist lang. Nun besteht die Chance, eine weitere Gruppe zu eröffnen. Nachdem die Gallbergschule im vergangenen Sommer geschlossen wurde, habe die Stadt dem „Kinderparadies“ in Aussicht gestellt, künftig auch Räume im ersten Stock des Gebäudes nutzen zu können, erklärt Jörg Smoydzin. Er ist Kreisvorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes, der das „Kinderparadies“ betreibt.

In diesem Jahr haben wir bislang erst ein Drittel des sonstigen Spendenaufkommens zusammen. Jörg Smoydzin, Kreisvorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes
 

Stete Begleiter der ehrenamtlichen Kinderschützer sind die Geldsorgen. Nur zu 60 Prozent sind die Kosten für das „Kinderparadies“ durch öffentliche Zuwendungen gedeckt. Um den Rest zu finanzieren, so Smoydzin, sei man auf das Sponsoring seitens der Schleswiger Wirtschaft und der Service-Clubs angewiesen – und auf private Spender. „In diesem Jahr haben wir bislang erst ein Drittel des sonstigen Spendenaufkommens zusammen“, sagt Smoydzin.

„Kinder sind unsere Zukunft“, betont seine Vorstandskollegin Brigitte Grage. Eine Floskel, sicher. Aber in einer Einrichtung wie dem „Kinderparadies“ wird deutlich, wie wichtig es ist, intensiv an dieser Zukunft zu arbeiten. So hat sich das „Kinderparadies“ zum Ziel gesetzt, im Stadtteil St. Jürgen stärker den Kontakt mit den Eltern zu suchen, um gegen die Benachteiligung von Kindern vorzugehen. „Wir laden die Eltern auch mal zu uns ein, doch leider wird das selten angenommen“, beklagt Doris Riemann. Nun soll ihr Erzieher-Kollege Mirano Lenkewitz einen Teil seiner Stunden darauf verwenden, echte Quartiersarbeit zu leisten und Problemfamilien Beratung in Erziehungsfragen anzubieten.

Im „Kinderparadies“ wird mit den Jungen und Mädchen am Nachmittag gespielt, gebastelt und – gerade jetzt in der Adventszeit – gebacken. Dazu geht es alle zwei Wochen zum Schwimmen. Und wie lange sind die Kinder täglich da? Fast alle den ganzen Nachmittag, erklärt Doris Riemann. „In manchen Fällen ist das sogar die Auflage vom Jugendamt.“

Sie möchten spenden?

Empfänger der Spenden sind die in Schleswig bestehenden Einrichtungen Kinderparadies, Kinderspielzentrum, Tafel und Hospizstiftung. Auf einem gemeinsamen Konto werden zunächst alle Spenden gesammelt.  Die Kontonummer lautet: DE 96 2175 0000 0165 6562 57  bei der Nord-Ostsee-Sparkasse; Kontoinhaber: Hospiz- und Palliativ Meier Stiftung. Mit Abschluss dieser Hilfsaktion werden die Spendengelder zu gleichen Teilen auf die vier Einrichtungen verteilt. Eine Spendenbescheinigung geht Ihnen automatisch bis Ende Januar 2020 zu, wenn Sie  auf der Überweisung Ihren Namen und Ihre Anschrift angeben. Die Spendenbescheinigung wird durch eine der beteiligten Einrichtungen ausgestellt. Für Spenden bis 200 Euro  reicht als Nachweis für die Steuererklärung Ihr Kontoauszug. Sofern Sie Ihren Namen in den Schleswiger Nachrichten als Spender bekannt geben möchten, schreiben Sie bitte ein „JA“ in den Verwendungszweck. Hiermit erklären Sie Ihre Zustimmung zur Veröffentlichung Ihres Namens.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen