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Lornsenschule : „Das ist unser Sporttag im Kunstbereich“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

70 Lornsenschüler verbrachten den Unterricht gestern mit Papier und Zeichenstift im Dom.

Gestern saßen im und vor dem St.-Petri-Dom mehr oder minder dick eingemummelte Gestalten mit Zeichenblöcken auf dem Schoß. Ab und zu blickten sie von ihren Arbeiten auf, nahmen das Objekt ihrer Begierde genau in den Blick, um danach sogleich den Zeichenstift wieder zielsicher über das Papier gleiten zu lassen.

Drei Lehrer der Lornsenschule waren mit ihren Klassen zu einer besonderen Form des Kunstunterrichts in den Dom gekommen. Die 70 Schüler hatten zur Aufgabe, sich im oder am Dom ein Zeichenobjekt zu suchen, das sie dann binnen vier Stunden abgabefertig auf Papier bringen sollten. „Das ist sozusagen unser Sporttag im Kunstbereich“, erklärte Lehrerin Katarina Neumann die Aktion und freute sich über die gute Zusammenarbeit mit der Domgemeinde: „Uns wurde um 8 Uhr aufgeschlossen, das war schön.“ So hätten die Schüler genügend Zeit bekommen, sich ganz bewusst mit dem Dom auseinanderzusetzen. „Wenn man sich die Zeit nimmt, ganz bewusst die Atmosphäre aufzunehmen, dann erinnert man sich später an Gerüche oder die Temperatur“, meint auch Kunstlehrer Markus Pabst. Und letzteres war gerade für die Zeichner unter freiem Himmel durchaus eine Herausforderung: „Die saßen dann bei sechs Grad draußen und bekamen ganz kalte Hände“, sagt Neumann.

Etwas wärmer hatten es da die beiden 19-jährigen Schülerinnen Franziska Born und Karen Krüger, die sich den Dreikönigsaltar im südlichen Seitenschiff für ihr Kunstprojekt ausgesucht hatten. „Allerdings aus unterschiedlichen Perspektiven“, betonten die jungen Frauen. Für ihr Abitur haben sich sich für das ästhetische Profil in der Oberstufe entschieden. Dabei war der Zeichenunterricht im Dom nicht der erste Ausflug dieser Art, erklärt Karen Krüger: „Ich war schon auf Klassenfahrt in Florenz, und dort haben wir immer wieder gezeichnet.“ Und auch vor Ort gehe man immer wieder in die Landschaft oder auch den Tierpark, um am lebenden Objekt zu arbeiten.

Gerade Porträts seien nach wie vor eine Herausforderung. Die Architektur von Gebäuden wie dem Dom brächten sie dagegen mittlerweile mit wenigen Strichen als Skizze auf Papier. Anfangs hätte sie Schwierigkeiten gehabt, den richtigen Winkel oder die Fluchtpunke hinzubekommen“, sagen die beiden. „Man muss gucken lernen“, sagt Karen Krüger und erinnert sich: „Früher habe ich manchmal heimlich Fotos gemacht.“ Das ist heute nciht mehr so. Denn „hat man es einmal gelernt, ist zeichnen relativ einfach“.

Der fertigen Arbeiten aus dem Dom werden ab Montag, 24. November, in den Räumen der Lornsenschule ausgestellt.

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