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Wand-Schmierereien : „Das ist purer Vandalismus“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Hauseigentümer und Umweltdienste beobachten eine deutliche Zunahme von Farb-Schmierereien auf Wänden und Stromkästen in Schleswig.

Schleswig | Wohin das Auge blickt – in praktisch jeder Ecke der Stadt ist eine Schmiererei zu entdecken. Die Hinterlassenschaften der unbekannten Sprayer befinden sich an Häuserwänden, Stellwänden, Verkehrsschildern und fast ausnahmslos an allen Stromkästen in Schleswig. Ihre Spur zieht sich von St. Jürgen durch das ganze Stadtgebiet bis hin in den Friedrichsberg. Auch verputzte Wände und feinporige Ziegelsteinfassaden, von denen die ätzende Farbe nur schwer oder gar nicht wieder zu entfernen ist, werden nicht verschont.

Das ärgert immer mehr Hausbesitzer in Schleswig – so auch Christian Petersen aus der Moltkestraße 13. Die weiße Wand seines Hauses wurde übel beschmiert – in einer Art und Weise, wie kleine Kinder ihre ersten Versuche mit dem Malstift starten .

„Ich verstehe diese unsinnigen und mutwilligen Beschädigungen nicht“, sagt Petersen gegenüber den SN. Schon zum wiederholten Mal muss er nun seine Wände übermalen. „Das braucht dann zwei bis drei Farbschichten, damit man es wirklich überdecken kann.“ Was ihn besonders ärgert: „Die verputzte Steinverblendung wurde ebenfalls besprüht – das kriege ich kaum wieder weg.“ Wie andere Hauseigentümer stellt auch Petersen fest, dass Schmierereien „irgendwie gleich das ganze Haus abwerten, selbst wenn es gut in Schuss oder neu ist.“

Auch städtisches Eigentum ist betroffen. Die Umweltdienste der Stadtwerke sorgen ständig dafür, dass jeder Spritzer aus der Spraydose gleich wieder entfernt wird: „Damit nicht in der folgenden Nacht noch mehr dazukommt“, sagt Arne Kähler von den Umweltdiensten. Er bezeichnet das Sprayen als puren Vandalismus: „Das hat mit Graffiti-Kunst nicht das Geringste zu tun, ist einfach nur Geschmiere.“ Gerade haben die Umweltdienste die Parkbänke auf den Königswiesen gesäubert. Das kostet Zeit und Geld. „Letztlich hat der Steuerzahler dafür aufzukommen.“ Wenn die Umweltdienste eine Firma für die Beseitigung der Schmiererei heranziehen, was in machen Fällen geschieht, wird ein Tagessatz über 1500 Euro fällig. Seit etwa drei Wochen sind die Schmierereien verstärkt zu beobachten, heißt es.

Trotz einiger Anzeigen, die betroffene Hauseigentümer deshalb bei der Polizei erstattet haben – auf SN-Anfrage erklärte Polizei-Sprecherein Mandy Lorenzen gestern lediglich: „Es gibt derzeit kein besonderes Aufkommen in Bezug auf Sachbeschädigungen durch Graffiti im Stadtgebiet. Die Fallzahlen sind konstant.“

Doch viele Hauseigentümer und aufmerksame Beobachter sehen das offenbar etwas anders.

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erstellt am 20.Aug.2015 | 12:45 Uhr

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