Schleswiger Theater : Das Hoffen geht weiter

Auf der Theater-Baustelle stehen die Bagger derzeit still. Beim Abriss ist es zu Komplikationen gekommen.
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Auf der Theater-Baustelle stehen die Bagger derzeit still. Beim Abriss ist es zu Komplikationen gekommen.

Die Ratsversammlung soll am Mittwoch Verhandlungen mit zwei möglichen Investoren für einen Neubau beschließen. Unterdessen gibt es Probleme beim Abriss des alten Gebäudes.

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06. Januar 2015, 07:47 Uhr

Der Abriss des alten Stadttheaters gestaltet sich komplizierter als erwartet. Derzeit stehen die Baumaschinen still. Nach Auskunft der Stadtverwaltung können die Bauarbeiten nicht wie geplant weitergehen, weil der Saal akut einsturzgefährdet ist, nachdem der angrenzende Bühnenturm bereits verschwunden ist. Insbesondere die Giebelwand, die den Saal vom Turm trennte, befindet sich offenbar in einem bedenklichen Zustand. Das Bauwerk einfach kontrolliert einstürzen zu lassen, ist unterdessen keine Option, weil die asbesthaltigen Dachelemente gesondert entsorgt werden müssen.

Wann die Abbrucharbeiten weitergehen, ist noch offen. Auf einem anderen Gebiet hingegen geht es voran. Am morgigen Mittwoch um 16 Uhr tritt die Ratsversammlung im Ständesaal des Rathauses zu einer öffentlichen Sondersitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stehen zwei Punkte: Zuerst geht es um den Bebauungsplan für ein neues Theaterviertel mit Wohnungen, Hotel, Volkshochschule, Bücherei und einem Theater nebst Produktions- und Verwaltungsräumen für das Landestheater auf dem Grundstück im Lollfuß. Danach beschäftigen sich die Ratsmitglieder mit der Suche nach einem Investor, der einen Großteil davon bezahlen soll. Denn nach wie vor möchte die Stadt Schleswig nur den Theatersaal selbst bauen.

Zwei mögliche Investoren haben sich grundsätzlich interessiert gezeigt, das Theaterviertel zu bauen. Welche es sind, dazu hat Bürgermeister Arthur Christiansen bislang keine Angaben gemacht. Die Namen werden voraussichtlich auch in der Ratsversammlung nicht genannt, sondern erst anschließend in einer nichtöffentlichen Zusammenkunft von Vertretern der Fraktionen.

Die Ratsversammlung soll lediglich einen so genannten Verfahrensbrief beschließen, auf dessen Grundlage der Bürgermeister mit den beiden Interessenten verhandelt. Wie das Theaterviertel genau aussehen könnte, ist bis dahin offen. Die Konzeptstudie des Architektenbüros Wüest und Partner sieht jedoch vor, dass auch ein Großteil des bisherigen Theaterparkplatzes überbaut wird. Als Ersatz könnte zum Beispiel eine Tiefgarage dienen. Die Theaterstraße würde dann zu einer Sackgasse mit Wendehammer werden. Ein Problem, das in den vergangenen Monaten immer wieder angesprochen wurde, betrachtet man in der Stadtverwaltung als ausgeräumt. Dabei geht es um die frühere Tankstelle an der Ecke von Schleistraße und Gutenbergstraße. Eine Verunreinigung des Erdreichs sei hier nicht zu erwarten, heißt es nun. Der Boden sei bereits 1996/97 nach dem Abriss der Tankstelle ausgetauscht worden.

Zu den Chancen, dass tatsächlich ein neues Theater gebaut wird, äußern sich die Ratsvertreter vorsichtig. „Es ist sehr, sehr schwierig, aber man darf hoffen“, sagt SPD-Fraktionschef Stephan Dose. Sein CDU-Kollege Holger Ley zeigt sich ebenfalls zurückhaltend, sagt aber auch: „Ich bin zuversichtlich, dass jetzt alles sehr schnell geht“. Allein die Tatsache, dass man nun zu einer Sondersitzung zusammenkomme, sei in dieser Hinsicht ein gutes Zeichen. Christiansen hatte als Ziel ausgegeben, noch in diesem Frühjahr Klarheit zu haben, ob Schleswig ein neues Theater bauen kann. Denn parallel lässt die Landestheater GmbH derzeit ihre gesamte Struktur von einem externen Beratungsbüro untersuchen. Das Ergebnis könnte eine Zukunft ohne Schleswig als Produktionsstätte sein. Erst kurz vor Weihnachten hatte Itzehoes Bürgermeister Andreas Koeppen bekräftigt: „Wir wollen weiter erreichen, dass Itzehoe neben Flensburg und Rendsburg dritter Standort des Landestheaters wird.“

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