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Leerstand im Stadtweg : „Das Hertie-Haus wird in diesem Jahr verkauft“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Vermarkter der Kaufhaus-Immobilien macht Schleswigern Hoffnung. Offenbar gibt es mehrere Interessenten.

von
erstellt am 17.Jan.2014 | 17:00 Uhr

Die Nachricht, dass in Itzehoe vor wenigen Tagen das Hertie-Haus verkauft wurde, hat auch viele Schleswiger aufhorchen lassen. Denn ebenso wie in der Steinburger Kreisstadt sorgt auch an der Schlei das riesige seit Jahren leer stehende Kaufhaus für reichlich Verdruss. Allerdings mehren sich nun die Anzeichen, dass auch in Schleswig in absehbarer Zeit Bewegung in die Sache kommt.

„Ich möchte eigentlich keine Wasserstandsmeldung abgeben, das hat sich in der Vergangenheit als nicht gerade förderlich erwiesen, wenn es um die Verhandlungspositionen ging“, erklärt Sebastian Mogos-Lindemann vom zentralen Vermarkter der Hertie-Immobilien CR Investment Management auf SN-Nachfrage. Dann allerdings wurde er etwas konkreter: „Wir stehen in Verhandlungen mit zwei, drei Interessenten. Einer davon ist schon länger dabei“, sagt Mogos-Lindemann und schiebt dann den Satz nach, den viele Schleswiger mit Erleichterung registrieren werden: „Bis spätestens Ende dieses Jahres haben wir auch das Haus in Ihrer Stadt verkauft.“

Tatsächlich scheint CR in jüngster Zeit verstärkt aktiv zu sein, wenn es darum geht, die in den meisten Städten zentral gelegenen ehemaligen Kaufhäuser zu verkaufen. Fünfeinhalb Jahre nach der Hertie-Insolvenz liegen von den einstmals 73 Immobilien bundesweit allerdings noch immer gut zwei Dutzend brach. Dass das Schleswiger Haus zu diesen Sorgenkindern gehört, ärgert auch den scheidenden Bürgermeister Thorsten Dahl. „Ich halte es für die Stadt für äußerst wichtig, dass endlich etwas passiert. Und ich bin mir sicher, dass das bald der Fall sein wird“, sagt Dahl, der von zwei Interessenten wisse, die beide das alte Gebäude abreißen wollen, um an selber Stelle neues Gewerbe anzusiedeln. Zudem habe er gehört, dass inzwischen auch der ehemalige Waschsalon, der an der Moltkestraße an den Hertie-Komplex angrenzt, verkauft worden sei. „Auch dieses Grundstück wird sicherlich im Zuge von Neubauplänen eine wichtige Rolle spielen“, meint Dahl.

Stadtmanagerin Monika Siegel ist skeptisch: „Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder Kaufinteressenten, aber passiert ist bislang nichts“, sagt Siegel, die in erster Linie bemängelt, dass das Schema, nach dem CR die ehemaligen Hertie-Immobilien verkauft, „absolut nicht erkennbar ist“. Im vergangenen Jahr seien beim Stadtmanagement „immer mal wieder“ Anfragen von Geschäftsleuten eingegangen. Seit mehreren Monaten sei es aber ruhig. Dennoch hofft Siegel auf einen baldigen Verkauf der Immobilie im Stadtweg. „Denn die Ausstrahlung des Hauses wird von Tag zu Tag schlimmer. Dieser Klotz ist die schlechteste Visitenkarte, die wir uns für die Innenstadt vorstellen können“, betont sie. Immer wieder höre sie von Einheimischen, „aber auch von vielen Gästen der Stadt“, wie schrecklich und trostlos das Bild sei, das Schleswigs einst größtes Kaufhaus seit Jahren abgebe. „Das nervt – und zwar die ganze Stadt.“

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