Sonntag in Schleswig : Das große Wettkrähen

Sie laden ein zur Tierbörse: (von links) Inga Lööck, Reinhardt Manske, Anke Manske, Kaiwalter Kerl und Florian Lööck .
Sie laden ein zur Tierbörse: (von links) Inga Lööck, Reinhardt Manske, Anke Manske, Kaiwalter Kerl und Florian Lööck .

Der Schleswiger Rassegeflügelzüchterverein nimmt am Sonntag eine alte Tradition wieder auf: das Hähne-Wettkrähen.

shz.de von
18. Juli 2018, 16:34 Uhr

Zwei Stunden lang werden Strichlisten geführt. Der Hahn, der am häufigsten gekräht hat, ist der Sieger. Das ist das Hähne-Wettkrähen des Rassegeflügelzüchtervereins Nordmark. Nach vier Jahren Pause nimmt der Verein diese Tradition nun wieder auf, und zwar an diesem Sonntag im Rahmen seiner Tierbörse im Vereinsheim am Husumer Baum 31.

„Alle Züchter, Interessierte und Schaulustige sind herzlich willkommen“, sagt Reinhardt Manske, der neue Vorsitzende. „Auch über neue Mitglieder würden wir uns sehr freuen.“ Von 8 bis 14 Uhr wird buntes Treiben herrschen. Neben allerlei Geflügel werden auch Kleintiere wie Kaninchen zu erwerben sein sowie das nötige Zubehör wie zum Beispiel Nistkästen und Futter.

Das Hähne-Wettkrähen beginnt um 10 Uhr und endet zwei Stunden später mit der Siegerehrung. „Für die Strichliste werden die Hähne in einem Raum in ihren Käfigen nebeneinander gestellt“, erklärt Jugendgruppenleiter Leon Heideking. „Eingeteilt werden die Hähne dann noch in die drei Kategorien Großhühner, Zwerghühner und Urzwerge.“ Auch wenn es in dem Wettbewerb nicht um die Lautstärke geht, ist doch einiges an Lärm zu erwarten. „Diese Tradition wird seit Vereinsgründung betrieben, und es ist auch eine spaßige Angelegenheit“, sagt Manske.

Für das leibliche Wohl wird am Sonntag auch gesorgt sein, verspricht Anke Manske, die sich im Verein um die Kantine kümmert. „Kartoffelsalat und Würstchen sowie Süßigkeiten für die Kinder werden da sein.“ Neben Kleintieren und Zubehör können die Besucher am Sonntag auch Eier, Anhänger und Wildbienenkästen kaufen. „Mit Wachteleiern kann man auch super Kuchen backen, da sie hypoallergen sind“, bezeugt Heideking aus eigener Erfahrung – also keine Allergien hervorrufen. „An eine Spielecke für Kinder haben wir auch gedacht, und es wird ein kleines Quiz veranstaltet“, fügt Manske hinzu.

Die ganze Veranstaltung stand zunächst auf der Kippe. Im März verstarb nach langer Krankheit der langjährige Vereinsvorsitzende Uwe Hahn aus Busdorf. „Uwe hat alles top gemacht und sich immer wieder aufgerafft, auch wenn es ihm schlecht ging“, betont der zweite Vorsitzende Kaiwalter Kerl. „Aber es muss natürlich weiter gehen“, sagt Manske, der sich nun in der Pflicht sah, den Vorsitz zu übernehmen. Der Verein hätte sich sonst auflösen müssen, erklärt er, was angesichts der Gründung im Jahre 1885 „sehr schade gewesen wäre“, schließlich handelt es sich um Schleswig-Holsteins ältesten Geflügelzüchterverein.

Auch der zwölfjährige Jungzüchter Florian Lööck, der mittlerweile im Vereinsheim über den Tresen schauen kann, wird wieder dabei sein. Momentan ist er der einzige Jungzüchter, auch wenn der Enkel der Manskes schon in den Startlöchern hockt. „Wenn man einmal anfängt, dann kann man nicht aufhören“, sagt Anke Manske, die zusammen mit ihrem Mann unter anderem Zierfinken, Wellensittichen, Tauben, Enten, Gänsen und sogar Pfauen ein gemütliches Zuhause bereitet. „Mein Vater hatte mich schon als kleinen Jungen mit zu den Vogelschauen des Vereins genommen. Da waren die Treffen sogar noch im großen Saal des Hotels Hohenzollern“, erinnert sich Manske.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen