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A7 bei Schuby : Das geplante Chaos auf der Autobahn

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Vollsperrung der A 7 zwischen Schuby und Jagel führte am Wochenende zu langen Staus. Rettungsdienste versorgten gestrandete Fahrer.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 07:35 Uhr

Es war bereits Tage zuvor angekündigt worden: Die A7 musste wegen Bauarbeiten zwischen Schuby und Jagel von Freitagmittag bis gestern Abend Richtung Süden gesperrt werden. Der Verkehr wurde von Schuby aus über die B  76 umgeleitet. Mit großen Verkehrsbehinderungen hatte man nach Aussage des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein nicht zu rechnen. Was sich allerdings am Freitag und Sonnabend dann abspielte, grenzte an ein Chaos. Bereits am Freitagnachmittag meldete die Polizei einen Rückstau vor der Baustelle von über 15 Kilometern. Autofahrer steckten teilweise über fünf Stunden zwischen den Anschlussstellen Tarp und der Ausfahrt Schuby fest.

Gegen 17.30 Uhr zogen Polizei und Rettungsdienst schließlich die Notbremse: Das DRK, die Johanniter, die Feuerwehr und der Rettungsdienst wurden alarmiert, um die Autofahrer zu versorgen. Auf dem Pendlerparkplatz Tarp bauten die Hilfsorganisationen in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Süderschmedeby und Führungskräften des Kreises Schleswig-Flensburg eine Unfallhilfsstelle auf. Zudem begann die Motorradstaffel der Johanniter mit der Versorgung der Autofahrer. Sie sollten auch bei der dauerhaften Bildung einer Rettungsgasse helfen. Denn genau das war eines der Hauptprobleme am Freitag: „Das Bilden der Rettungsgasse hat größtenteils überhaupt nicht geklappt“, berichtete Lars Christophersen vom DRK, „hinter den Einsatzfahrzeugen wurde die Gasse meist direkt wieder geschlossen.“

Auch Autofahrer berichten von teils chaotischen Verhältnissen: Lkw, die die beide Spuren blockierten, Pkw, die auf dem Standstreifen fuhren und Lkw-Fahrer, die ihre Pause kurzerhand auf den Standstreifen verlegten. „Am Freitagnachmittag benötigte eine Diabetikerin mitten im Stau schnelle medizinische Hilfe. Während die Motorräder noch irgendwie durchkamen, hatten es größere Fahrzeuge deutlich schwieriger“, erklärte Christophersen. Noch gegen 22.30 Uhr staute sich der Verkehr auf über elf Kilometer zurück.

Nachdem sich der Stau dann in der Nacht zu Sonnabend aufgelöst hatte, standen die Einsatzkräfte am Sonnabendnachmittag wieder vor der gleichen Situation. „Es ging den ganzen Nachmittag sehr turbulent zu“, sagte ein Sprecher der Harrisleer Leitstelle auf Nachfrage. Zwar habe man mit Radiodurchsagen die Reisenden dazu aufgefordert, den Bereich weiträumig zu umfahren. Aber: Es waren viele dänische Fahrer, die in den Stau gerieten, weil die Meldung nicht in Dänemark durchgegeben wurde.“

Die eingesetzten Retter hatten jedoch aus ihren Erfahrungen vom Vortag gelernt und waren vorbereitet: Sie verlegten am Sonnabendmittag die Versorgungsstelle auf den Parkplatz Jalmer Moor. „Die ist überrannt worden. Vor allem von Familien mit Kindern“, berichtete der Sprecher der Harrisleer Rettungsleitstelle. Auch der Tarper Pendlerparkplatz blieb weiterhin gesperrt. „Dort waren die Mitarbeiter der Rettungsdienste untergebracht.“

Vier Motorradfahrer waren weiterhin im Einsatz. „Sie hatten Wasser und kleine Snacks dabei“, erklärte der Sprecher. Zudem sollten sie Ausschau nach denen halten, die besondere Hilfe benötigten. „Wegen des Bettenwechsels hatten wir mit noch größeren Problemen gerechnet, doch es lief deutlich besser als am Freitag.“ Der Einsatz habe am Sonnabend bis 19.30 Uhr gedauert. Am gestrigen Sonntag beruhigte sich die Lage schließlich. „Wir sind auf alles vorbereitet. Die Rettungsdienste sind in Bereitschaft. Wir haben zwei Lkw mit Wasserflaschen beladen“, hieß es aus der Leitstelle gestern Nachmittag. Der Rückstau hielt sich jedoch in Grenzen.

Was hat das Verkehrschaos ausgelöst? Dazu gibt es bisher nur Vermutungen: Zu dem üblichen Wochenendverkehr kam die Rückreisewelle aus Dänemark. „Problematisch ist auch der Kreisverkehr nach der Abfahrt Schuby gewesen“, sagte Lars Christophersen, „hier geriet der Verkehr zwangsläufig immer wieder ins Stocken.“


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