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Schleswiger Nachrichten

24. Oktober 2017 | 13:21 Uhr

Schleswig : „Das Geld sitzt nicht so locker“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In vielen Geschäften läuft das Weihnachtsgeschäft schleppend an. Bücher und Konzerttickets sind weiter gefragt.

In diesem Jahr liegen die Feiertage für den Einzelhandel günstig. Denn nach dem vierten Advent haben die Geschäfte noch eine Woche geöffnet bis zum Fest. Das bedeutet, dass Kurzentschlossene nochmal richtig zuschlagen können. Aber wie ist das Weihnachtsgeschäft in Schleswig überhaupt angelaufen? Wir haben uns im Stadtweg umgehört.

„So locker sitzt das Geld nicht“, sagt Michael Höfer, stellvertretender Leiter der Herrenabteilung bei I.D.-Sievers. Gerade während der Woche könnte das Geschäft noch besser sein. Momentan laufe es vor allem sonnabends gut, erklärt Höfer. Er habe das Gefühl, dass das mit dem Wetter zusammenhängt. „Bei schlechtem Wetter haben die Leute gar keine Lust, vor die Haustür zu gehen“, so der Verkäufer. Aber auch die Parkplatzsituation spielt seiner Meinung nach eine Rolle, denn es gebe zu wenige und die vorhandenen liegen abends, zum Beispiel auf dem Schleicenter, im Dunkeln. Ihm sei aufgefallen, dass die Kundschaft zu späterer Stunde deutlich weniger werde.

Sarah Rix arbeitet im Ticketverkauf in der Buchhandlung Liesegang und kann sich nicht über mangelnde Kundschaft beschweren: „Der Verkauf ist jetzt zur Weihnachtszeit deutlich angestiegen, besonders die Veranstaltungen in der ,Heimat‘ laufen gut“, sagt Rix. Viele Kunden kämen persönlich vorbei, ließen sich beraten und kauften die Tickets dann direkt vor Ort. „Veranstaltungen sind ein sehr beliebtes Geschenk“, so Rix. Oft würden Kunden gleich für mehrere Veranstaltungen Karten kaufen.

Auch das Büchergeschäft sei, wie jedes Jahr, ein Selbstläufer, sagt Liesegang-Filialleiter Markus Adler. „Im vergangenen Jahr war Joachim Meyerhoff der Verkaufsschlager schlechthin, aber das zieht sich auch noch bis in dieses Jahr“, so Adler. Das Buch ist und bleibt also ein beliebtes Geschenk und beschert dem Buchhandel ein gutes Weihnachtsgeschäft. „Zum Glück“, wie Adler findet. Es würde sich auch eher schwierig gestalten, ein E-Book zu verschenken. „Klar haben wir auch Kunden, die ein Gerät kaufen, aber das klassische Buch ist immer noch das beliebtere Geschenk.“

Am Kornmarkt betreibt Michaela Gerlach das Modegeschäft „LiMo & Co“. „Die Laufkundschaft hat in den letzten Jahren drastisch abgenommen, das ist einfach so. Das gilt auch jetzt für die Weihnachtszeit“, sagt Gerlach. Das liege aber nicht unbedingt an der Stadt oder der Lage ihres Ladens, sondern sei ein allgemeines Problem. „Die Leute kaufen viel mehr Technik, und vor allem kaufen sie im Internet“, so die 44-Jährige. Gerlach findet es aber schade, dass viele Schleswiger ihre eigene Stadt immer so schlecht redeten. „Es bringt ja nichts, den Kopf in den Sand zu stecken“, sagt die Ladenbesitzerin. Insbesondere den Kornmarkt mit seinen inhabergeführten Geschäften empfiehlt sie für den Weihnachtseinkauf: „Wir sind hier eine besondere Ecke mit vielen kleinen Lädchen, das macht eine Ladenstraße doch erst aus“, sagt Gerlach.

Das gilt auch für den benachbarten Spielwarenladen Pfeiffer, der im Juli dieses Jahres in das ehemalige Notbaar-Gebäude gezogen ist. „Bei uns ist das Weihnachtsgeschäft ganz wunderbar angelaufen, wir sind sehr zufrieden“, erklärt Inhaber Stephan Pfeiffer. Aufgefallen sei ihm, dass die Kunden wieder mehr auf Qualität achteten und wissen wollten, wo die Ware produziert wurde. „‚Made in Germany‘ ist wieder angesagt“, sagt Pfeiffer.

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