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Schleswiger Nachrichten

21. August 2017 | 03:23 Uhr

Schleswig : Das FKKZ verlässt die Freiheit

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Alternatives Kulturzentrum quartiert sich vorübergehend in der alten Spritfabrik in St. Jürgen ein.

Das war’s dann. Seit gestern wird entrümpelt. Das Freie Kultur- und Kommunikationszentrum (FKKZ) auf der Freiheit ist Geschichte. Bis Ende August muss der Trägerverein seine Gebäude auf dem alten Kasernengelände besenrein an den Eigentümer Team Vivendi zurückgeben. Das Projekt FKKZ, das hier vor acht Jahren begann, soll damit aber noch nicht zu Ende sein. Das jedenfalls hofft Geschäftsführer Jan-Friedrich Dünne, der seit gestern zusammen mit dem Vereinsvorsitzenden Arne Olaf Jöhnk und rund 15 Helfern die Gebäude leer räumt.

Eine neue Adresse für den Verein jedenfalls gibt es schon: Die alte Spritfabrik der einstigen Kartoffelverwertungsgesellschaft an der St. Jürgener Straße. Der Mietvertrag mit dem Eigentümer Arne Hansen (Klappschau) soll in den nächsten Tagen unterzeichnet werden. „Dort haben wir sieben Räume“, sagt Dünne. „Auf der Freiheit waren es zu den besten Zeiten weit über 100.“ Auch Café und Konzertsaal wird es dort nicht geben. Aber wenigstens könne es nun überhaupt irgendwie weitergehen, sagt er. „Das ist eine Notlösung. Von dort aus können wir uns dann umsehen nach einem Ort, an dem wir das FKKZ mit dem Konzept weiterführen können, das wir in den letzten Jahren entwickelt haben.“

Leicht wird das nicht, weiß Dünne. Zuletzt hatte sich der Plan zerschlagen, in den alten städtischen Bauhof am Holmer Noorweg zu ziehen. Bürgermeister Arthur Christiansen hatte das seit Jahren nur noch als Lager genutzte Gebäude angeboten, musste dann aber einen Rückzieher machen, weil im Boden unter dem Bauhof Milzbrandsporen vermutet werden. Überbleibsel aus einer Zeit, als sich dort eine Lederfabrik befand.

Auf der Freiheit waren schon in den vergangenen Monaten wegen der ungewissen Zukunft nach und nach die Lichter ausgegangen. Viele der zahlreichen Bands, die in einem der Kasernenblocks ihre Probenräume hatten, haben sich wegen der ungewissen Zukunft längst nach Alternativen umgesehen. „Manche proben jetzt aber auch einfach zu Hause im Schlafzimmer“, sagt Dünne. Auch viele Künstler, die hier ihre Ateliers hatten, mussten sich anderweitig orientieren.

Das FKKZ war mit einer Anschubfinanzierung aus dem Programm „Jugend belebt Leerstand“ des Bundesbauministeriums entstanden. Das Team Vivendi als Eigentümer des früheren Kasernengeländes hatte die Räume mietfrei zur Verfügung gestellt und lediglich die Nebenkosten abgerechnet. Der entsprechende Vertrag läuft nun aus, auf eine Verlängerung hatte man sich nicht einigen können. Ein Großteil der Einrichtung aus den FKKZ-Räumen landet nun einfach in Sperrmüll-Containern. „Es ist unglaublich, wie viel Gerümpel sich in den Räumen über die Jahre angesammelt hat“, stöhnte Dünne gestern. Einige Schränke gehen als Spenden an den Bio-Landbau-Verein Bunde Wischen.

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erstellt am 25.Jun.2016 | 07:05 Uhr

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