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Mühle „Nicola“ : Das erste Mehl ist schon gemahlen

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach drei Jahren Bauzeit hat die Holländermühle „Nicola“ auf der Freiheit ihren Betrieb aufgenommen. Am Pfingstmontag wird sie offiziell eingeweiht.

Wer es nicht besser weiß, der muss denken: So stand sie schon immer da. Oder jedenfalls seit vielen Generationen. Die Windmühle „Nicola“ mit ihrer Haube aus Reet ist innerhalb von wenigen Monaten zu einem Wahrzeichen des neuen Stadtteils auf der Freiheit geworden.

An den vergangenen Wochenenden konnten aufmerksame Beobachter nun auch verfolgen, wie sich die markanten Aluminiumflügel in Bewegung setzen. Arnd Jansohn, der Erbauer der Mühle und Gründer der „Stiftung Mühle Nicola“, hat die ersten Säcke Bio-Vollkornmehl gemahlen. Einen großen Teil der Produktion lieferte er an „Odins Gasthof“ in Haddeby am gegenüber liegenden Ufer der Schlei. Dort wird daraus frisches Brot gebacken.

Bis alle Schleswiger sich das Mehl von der Freiheit kaufen können, wird es noch ein paar Wochen dauern. Am Pfingstmontag, 25. Mai, dem offiziellen deutschen Mühlentag, wird „Nicola“ feierlich eingeweiht. Um 10 Uhr öffnen sich die hölzernen Flügeltüren von „Nicola“. Die Besucher können dann sehen, mit wie viel Liebe zum Detail die Mühle auch im Innern ausgestattet ist. 1000 Neugierige, so hat Jansohn ausgerechnet, wird er im Laufe des Tages hineinlassen können – nie mehr als 40 zugleich. „Ich rechne damit, dass deutlich mehr Menschen kommen“, sagt er. Deshalb möchte er für ein großes Rahmenprogramm auf dem Mühlengrundstück sorgen. Und wer am Pfingstmontag nicht ins Gebäude kommt, wird später reichlich Gelegenheit haben, das nachzuholen. Den ganzen Sommer über, von Juni bis September, ist „Nicola“ an jedem Sonnabend und an jedem Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Dann wird Jansohn auch sein Mehl verkaufen – für zwei Euro pro Kilogramm. Das Bio-Getreide bezieht er von einem Großhändler bei Neumünster. „Mein Mehl ist viel energiereicher und vitaminhaltiger als das Mehl aus industrieller Produktion“, sagt er. Der tonnenschwere Mühlstein, der durch die Windmühlenflügel in Bewegung gesetzt wird, bricht das Korn, anstatt es, wie sonst heutzutage üblich, zu quetschen. Pro Stunde schafft „Nicola“ 50 bis 70 Kilogramm – sofern ausreichend Wind weht. Ideal sind drei bis fünf Windstärken. „Der Wind hier an der Schlei weht ziemlich gut, da war ich positiv überrascht“, sagt der Nordfriese. Jansohn nimmt die Mühle etwa einmal pro Woche in Betrieb. Die aufwändigen Wartungsarbeiten nehmen viel mehr Zeit in Anspruch als das Mahlen. Das Räderwerk muss ständig neu gefettet werden.

Auch wenn er gern das Brot isst, dass mit seinem eigenen Mehl gebacken wurde: Ein Broterwerb ist die Mühle für den erfolgreichen Bauunternehmer nicht. Müller zu sein, das ist für ihn in erster Linie eine Leidenschaft.

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erstellt am 14.Apr.2015 | 08:00 Uhr

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