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Kreis Schleswig-Flensburg : Das Ehrenamt von A bis Z

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Auf einer Messe im Kreishaus informieren 44 Vereine und Organisationen über Mitwirkungsmöglichkeiten .

von
erstellt am 04.Feb.2016 | 07:18 Uhr

Der Staat als Summe seiner Bürger – dieses Bild wird nirgends deutlicher als bei der Betrachtung des Ehrenamtes als Hilfsmotor unseres Gemeinwesens. Freiwilliges Engagement ist in Deutschland eine verlässliche Größe für die Politik wie für Vereine und Verbände, insgesamt engagieren sich rund 23 Millionen Menschen unentgeltlich für ihre Mitbürger. Ohne Ehrenamt geht gar nichts. Gerade nach dem vergangenen Jahr dürften viele diese These unterschreiben können. Einem Jahr, das vor allem geprägt war durch die immensen Herausforderungen der europäischen Flüchtlingskrise. Eine Krise, die die Weltpolitik ebenso beschäftigte wie die Politik in den Dörfern des Kreises. Die Herausforderung hätte ohne die ungezählten Freiwillige nicht gemeistert werden können. Und dennoch: Die Flüchtlingshilfe ist nur ein kleiner Teil des ehrenamtlichen Engagements, das Tag für Tag geleistet wird. Das wird deutlich werden, wenn sich auf der Ehrenamtsmesse über 40 Vereine und Verbände am 13. Februar im Kreishaus in Schleswig präsentieren werden.

„Miteinander. Vielfalt. Leben“ – unter diesem Motto steht die Messe, die Kreispräsident Ulrich Brüggemeier und Landrat Wolfgang Buschmann um 12 Uhr eröffnen werden. Ein Motto, das die Bandbreite symbolisiert, in der Ehrenamt im Kreis Schleswig-Flensburg geleistet wird. „Wir wollen in erster Linie darüber informieren, wo sich die Bürger überall engagieren können“, sagt Sabine Bogner vom Bürgernetzwerk Schleswig-Flensburg, das die Messe vorbereitet. Der Bedarf sei vorhanden, das hätten die vorherigen Messen gezeigt, sagt sie. Viele Menschen fehle einfach der Überblick über das Angebot, um sich für ein Engagement zu entscheiden. Hier biete die Ehrenamtsmesse Orientierung.

Orientierung auch für die Organisationen, die sich auf der Messe präsentieren. Denn sie kämen erfahrungsgemäß auch untereinander ins Gespräch. Aus diesem Austausch seien schon viele gemeinsame Projekte entstanden, so Bogner.

Im Vordergrund stehe dennoch der Kontakt zu interessierten Bürgern, machen die Organisatoren deutlich, denn auch in den Vereinen und Verbänden machten sich der demografische Wandel und Veränderung in der Alltagswelt vieler Menschen bemerkbar. Die Menschen seien heute mobiler als früher und verpflichten sich nicht mehr so lange. „Für viele Organisationen ist es deshalb beispielsweise schwer, Funktionen neu zu besetzen. Da tut frisches Blut gut“, erklärt Bogner. Dass diese Form der Mitgliederwerbung funktioniert, bestätigt Ingrid Börm von den Landfrauen Schleswig und Umgebung. „Nach der letzten Messe bekamen wir mindestens fünf neue Mitglieder“, erklärt sie.

Eine Veränderung in der Einstellung zum Ehrenamt und seiner Rolle in der Gesellschaft stellen die Vertreter des Bürgernetzwerks trotz aller gesellschaftlichen Veränderungen nicht fest. Saira Raza (Brücke SH) widerspricht der These, die Politik setze zunehmend auf das Ehrenamt, wo der Staat sich bewusst zurückziehe. Im Gegenteil, sagt sie. Das Wesen der Bürgergesellschaft sei es doch gerade, dass unser politisches System das Ehrenamt voraussetze. Und Bogner ergänzt: „Ein Staat, der alles organisiert? Den Gedanken finde ich scheußlich.“

Zudem betonen beide, dass die Menschen sich gerade deshalb ehrenamtlich engagieren, weil es ihnen Spaß mache. Bogner: „Das Engagement für andere gibt uns viel, es ist ein Gewinn für uns.“ Eine Erkenntnis, die sie gern mit anderen teilt und für die sie andere Menschen gewinnen möchte – auf der Ehrenamtsmesse, der ersten von zwölf Veranstaltungen, für die Sozialministerin Kristin Alheit die Schirmherrschaft übernommen hat.

Es sind genau 44 Vereine und Organisationen aus der Region, die für sich werben werden. Viele von ihnen sind schon länger dabei, es kommen jedoch auch Neulinge – wie zum Beispiel die Ilo, eine Selbsthilfeorganisation for Stomaträger, der ISC Schleswig, der erste inklusive Sportclub im Kreisgebiet, oder auch die Flüchtlingshilfe-Organisationen aus Haddeby und Kappeln („Hand in Hand“).

 

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