Neue Broschüre : Das Dilemma von Familie und Beruf

Haben zwei Jahre an dieser Broschüre gearbeitet: (von rechts) Karin Petersen-Nißen, Petra Bargheer-Nielsen und Maren Korban.
Haben zwei Jahre an dieser Broschüre gearbeitet: (von rechts) Karin Petersen-Nißen, Petra Bargheer-Nielsen und Maren Korban.

Sie haben zwei Jahre daran gearbeitet. Jetzt ist die Informationsbroschüre der „Arbeitsgruppe Arbeitswelt“ zum Thema Beruf und Familie aber endlich da. Im Schleswiger Rathaus präsentierten das Büchlein der Öffentlichkeit.

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02. Juli 2014, 07:45 Uhr

Die Zeiten haben sich geändert. Frauen machen Karriere, Männer nehmen sich Elternzeit und der Arbeitsplatz ist nicht mehr nur im Büro. Diese gesellschaftlichen Veränderungen betreffen nicht nur die Familien sondern auch die Arbeitgeber. Beide Seiten stellen sich daher immer öfter die Frage: Wie vereinbart man den Beruf und die Familie? Auch die beiden Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Karin Petersen-Nißen, und des Kreises Schleswig-Flensburg, Petra Bargheer-Nielsen, bewegte dieses Thema schon seit Jahren. 2012 begannen sie innerhalb ihrer „Arbeitsgruppe Arbeitswelt“, die zum Bündnis für Familien in der Region Schleswig-Flensburg gehört, eine Informationsbroschüre zu dieser Materie zu entwickeln. Diese wurde nun im Rathaus der Öffentlichkeit präsentiert.

„Wir hätten auch ein ganzes Buch füllen können“, sagt Petersen-Nißen mit Blick auf das 29 Seiten starke Büchlein. Darin enthalten sind Porträts von Menschen aus der Region, die Job und Familie auf verschiedene Weisen vereinbaren. Dazu kommen noch ein paar Hinweise für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. „Das Thema ist jetzt in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Aber dennoch muss es noch stärker in den Unternehmen beworben werden“, sagt Bargheer-Nielsen.

Bürgermeister Arthur Christiansen unterstützt die Idee im eigenen Haus. „Ich bin bei diesem Thema neugierig. Wir müssen im Rathaus gerade selbst aus einer Stelle zwei Teilzeitstellen machen“, berichtet das Stadtoberhaupt. Ob das klappt, wisse er nicht. Aber probieren müsse man es auf jeden Fall. Auch beim Thema Kinderbetreuung müsse man noch experimentierfreudiger sein, ergänzt Maren Korban, die ebenfalls dem „Arbeitskreis Arbeitswelt“ im Bündnis für Familien angehört. „Flexiblere Betreuungszeiten wären ein erster Ansatzpunkt“, so Korban. Denn in der heutigen Zeit müsse vielleicht sogar nachts ein derartiges Angebot existieren.

Die drei Frauen sind sich sicher, dass das möglich ist. Vielleicht seien auch Tagesmütter in den Unternehmen eine Option. „Es gibt einige Unternehmen, die viel für die Verträglichkeit von Familie und Beruf tun, aber es mangelt insgesamt noch immer an Ideen“, sagte Bargheer-Nielsen. Auch die 16 Unternehmen, die das Bündnis schon 2009 für gute Arbeit in diesem Bereich auszeichnete, könnten noch familienfreundlicher werden.

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