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Das Brautkleid wurde vor 65 Jahren mit Speck bezahlt

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Eiserne Hochzeit: Mariechen und Hans-Heinrich Plath aus Stolk haben gestern ihr Ehejubiläum gefeiert

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erstellt am 22.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Stolk | Mariechen (86) und Hans-Heinrich Plath (87) haben gestern in Klappholz Eiserne Hochzeit gefeiert. Seit ihrer Eheschließung lebt das Paar in dem 1764 gebauten Elternhaus des Ehemannes - zuerst bei den Eltern, später in eigenen Räumen, als diese nicht mehr von Flüchtlingen besetzt waren.

Die Hochzeitsfeier war typisch für die Nachkriegszeit. Es wurden Fische aus dem Langsee serviert und als Delikatesse selbst gemachte Bockwurst. Zu trinken gab es selbst gebrannten Schnaps. Und das Brautkleid wurde mit Speck bezahlt. Eine Nachbarin plünderte ihren Garten für den Brautstrauß und lieh der Braut den Schleier.

Es folgte eine Zeit harter Arbeit, als der Ehemann mit Landwirtschaft und als Viehfahrer die Familie durchbrachte. Später wurde er Pferdehändler und Versicherungsagent. Die Ehefrau versorgte das Haus, arbeitete in der Landwirtschaft und zog drei Söhne groß. Diese bescherten dem Paar fünf Enkelkinder und drei Urenkel.

Die Wohnzimmerwand von Hans-Heinrich Plath demonstriert sein ehrenamtliches Engagement. 44 Jahre war er Gemeindevertreter, davon 29 Jahre als Bürgermeister. Heute ist er mit 66 Jahren im blauen Rock dienstältestes Mitglied der Feuerwehr, die er 18 Jahre lang leitete. Er war stellvertretender Amtsvorsteher und Mitbegründer des Wasserbeschaffungsverbands Südangeln, in dessen Vorstand er 26 Jahre lang arbeitete. Honoriert wurde diese Tätigkeit mit Urkunden, dem Titel des Ehrenbürgermeisters und des Ehrenbrandmeisters sowie der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Mariechen Plath erlaubte sich ehrenamtliches Engagement nur beim DRK, dem sie nun schon seit mehr als 60 Jahren angehört.

Da beide Eheleute in den vergangenen Jahren schwere Operationen über sich ergehen lassen mussten, wurde die Eiserne Hochzeit nur im kleinen Kreis zuhause gefeiert.

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