Carsharing in Schleswig : Das Auto für gewisse Stunden

Arne Schröder mit einem seiner Carsharing-Autos.
Arne Schröder mit einem seiner Carsharing-Autos.

Vor zehn Jahren startete Arne Schröder sein kleines Nebengewerbe „Carsharing-Schleswig“.

shz.de von
06. März 2018, 07:32 Uhr

„Ich bin nach wie vor von dem Konzept Carsharing überzeugt“, sagt Arne Schröder, der vor zehn Jahren das erste und einzige Carsharing-Angebot in Schleswig auf die Beine stellte. Nachdem er einen Fernsehbericht über das Konzept gesehen hatte, dachte er daran, sein eigenes Auto, das ohnehin mehr herumstand als gefahren wurde, zu vermieten und ein kleines Nebengewerbe anzumelden. Hilfe bekam der 46-Jährige damals von dem Verein Bundesverband Carsharing (BCS). Schließlich entschied sich der vierfache Vater den eigenen Kleinwagen zu veräußern und als erstes Carsharing-Auto einen Siebensitzer zu kaufen, der bis heute zum Fuhrpark gehört. Der praktische Nebeneffekt: Die ganze Familie passte nun in ein Auto. Schröder, der beim Blutspendedienst im Rote-Kreuz-Weg arbeitet, benötigt für seinen Arbeitsweg kein Auto und gehört damit selbst zur typischen Zielgruppe. „Es geht hauptsächlich um Menschen, die kein eigenes Auto brauchen, aber trotzdem ab und zu eines nutzen möchten“, so Schröder.

Obwohl der Kundenstamm zunächst nicht sehr groß war, entschied sich Schröder, das Gewerbe auszubauen. Als nächstes kaufte er das Auto einer Nachbarin, die daraufhin selbst bis ins hohe Alter eine Stammkundin Schröders war. Überhaupt seien es die Stammkunden, auf die es ankomme. Momentan zählt Schröder rund 25 Kunden, die regelmäßig ein Auto von ihm mieten. „Die fahren zum Einkaufen, machen Ausflüge, im Grunde wird das Auto als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr genutzt“, so Schröder.

Mittlerweile hat Schröder vier Autos an drei verschiedenen Standorten. In der Schubystraße, in St. Jürgen in der Nähe des Krankenhauses sowie in der Plessenstraße. Aber was kostet die Fahrt? Eine Einkaufsfahrt über acht Kilometer kostet den Nutzer des Fahrzeugs 10,76 Euro, wenn er zwei Stunden unterwegs ist. Die setzten sich wie folgt zusammen: Einen Euro Buchungsgebühr, maximal fünf Euro monatlich, 36 Cent pro gefahrener Kilometer plus 50 Cent für 15 Minuten Fahrt. Sollten die Spritpreise extrem steigen, so müsste Schröder die Preise ein wenig anpassen. Aber lohnt sich das? Schröder meint: Ja, denn es sei kostengünstig, flexibel, umweltfreundlich und bequem, da der Kunde sich bloß hineinsetzen und losfahren müsse. „Die Kunden nutzen das Auto nur, wenn sie es auch wirklich brauchen und zahlen auch nur das“, erklärt Schröder. Ein ungenutztes Auto koste schließlich auch.

Zeitaufwendig seien hingegen das Erstgespräch sowie der Vertragsabschluss. Anschließend könne der Kunde aber jederzeit ein Auto mieten. Wichtig sei es auch, dass die Mieter im Umkreis von 500 Metern der Standorte wohnen, damit sie schnell und bequem zu den Autos gelangen können. Es sind die Stammkunden, die wichtig sind, doch einen Kundenstamm müsse man sich mühsam aufbauen, weiß Schröder. Oft muss er dabei zunächst einmal erklären, was Carsharing überhaupt ist und wie es funktioniert. Viele seiner Kunden habe er durch Mund- zu-Mund-Propaganda gewonnen.

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