Darum müssen die Täter nicht in U-Haft

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05. Oktober 2018, 11:37 Uhr

Die Nachricht von der Festnahme der fünf Täter, die Ende August in Angeln 46 parkende Fahrzeuge mit Pflastersteinen beworfen und darüber hinaus die Insassen eines Kleinbusses im Lebensgefahr gebracht hatten, verbreitete sich schon am Donnerstag im Internet rasend schnell und brachte in den sozialen Medien Hunderte von Kommentaren hervor. Neben Glückwünschen an die Polizei, Erleichterung und grenzwertigen Bestrafungs-Vorschlägen, brachten viele User ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck, dass die geständigen Täter nicht in Untersuchungshaft genommen worden waren – häufig mit dem Hinweis darauf, dass die Täter bewusst das Leben von Menschen aufs Spiel gesetzt und noch eine Reihe von anderen Straftaten begangen hätten.

„Wir haben die Sache sehr genau geprüft, es lagen objektiv jedoch keine Haftgründe vor“, erklärte die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt gestern auf Nachfrage. Die Untersuchungshaft sei keine Strafe, sondern ein Instrument, um die Hauptverhandlung zu sichern. Es gebe drei Gründe, die eine Untersuchungshaft rechtfertigen: „Verdunklungsgefahr war in diesem Fall nicht gegeben, weil die Verdächtigen alle Taten gestanden hätten, Fluchtgefahr schließen wir aus, weil alle einen festen Wohnsitz haben.“ Und für eine Wiederholungsgefahr müssten die Verdächtigen einschlägig vorbestraft sein. Das alles sei nicht der Fall gewesen. „Ich kann die Gedanken der Kritiker verstehen, aber wir müssen uns an Recht und Gesetz halten“, sagte Stahlmann-Liebelt.

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