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Gefahr an der Schleipromenade : Dampferbrücke als Stolperfalle

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Eigner der „Wappen von Schleswig“ beklagen nach mehreren Stürzen von Fahrgästen den Zustand des Steges an der Promenade.

Ein Krankenwagen musste zwar nicht anrücken. Aber die blutigen Knie, die sich eine ältere Dame holte, als sie am vergangenen Sonntag auf der Anlegebrücke der „Wappen von Schleswig“ stürzte, sorgten auch ohne Notfallversorgung für reichlich Aufsehen. Denn es war nicht das erste Mal, dass die Holzbohlen auf dem Steg an der Schleipromenade zur gefährlichen Stolperfalle wurden. Manche Bretter ragen heraus, andere weisen faustgroße Löcher auf. „Es ist eine Katastrophe, vor allem für unsere Fahrgäste. Es gab schon mehrere Unfälle“, sagt „Wappen“-Kapitän Stefan Nelius.

Um die Situation endlich zu verbessern, hat sich Nelius nicht nur in den vergangenen Tagen mehrfach an die Stadt gewandt. Denn die Steganlagen gehören ihr, die Eigner des Schleidampfers zahlen für die Nutzung ein Brückengeld. „Am Ende beschweren sich die Fahrgäste aber bei uns, dabei können wir gar nichts dafür, wie es hier aussieht“, sagt Nelius’ Mutter Hertha, die den Familienbetrieb gemeinsam mit ihrer Schwester Gisela Boyer leitet. Selbst Fahrgäste, die nicht stolpern, würden sich inzwischen über den Zustand der Brücke beschweren. „So geht es nicht weiter. Man muss doch wenigstens für die Sicherheit der Menschen sorgen, die hier lang gehen“, wünscht sie sich. Dabei stellten nicht nur die Löcher eine ernste Gefahr für Fußgänger dar, die alten Bretter würden auch sehr glitschig werden, sobald es regnet.

All das ist seit Langem bekannt. Schon seit zwei Jahren weisen Schilder auf der Promenade auf „Gehwegschäden“ hin. Im vergangenen Herbst schließlich kündigte die Stadt – auch gegenüber den SN – an, dass man den Steg nach dem Winter renovieren werde. „Aber die rennen hier ja immer mal wieder mit dem Zollstock rum. Passiert ist trotzdem noch immer nichts“, sagt Stefan Nelius, der zudem darauf hinweist, dass die Saison auf der „Wappen“ inzwischen in vollem Gange sei und insbesondere ältere Menschen, darunter auch viele mit Gehstock oder Rollator, eine Schleifahrt auf dem 1926 gebauten Schiff unternehmen.

Immerhin haben die Umweltdienste am Montag nun die hervorstehende Bohle, über die einen Tag zuvor die ältere Dame gestolpert war, ausgetauscht. Dass das auf Dauer nicht reicht, weiß man auch im Rathaus. „Uns ist klar, dass es höchste Zeit wird, dass dort etwas passiert“, sagt Sprecherin Antje Wendt. Inzwischen habe man die Schäden genau geprüft und für die Reparatur des Steges 80 000 Euro in den Nachtragshaushalt gestellt. Die Stadt hoffe nun, dass das Kieler Innenministerium noch vor den Sommerferien seinen Segen dazu gibt. Bis Ende dieses Jahres schließlich könnte die Anlegebrücke dann in neuem Glanz erscheinen.

Im vergangenen Herbst stand noch eine Summe von etwa 65 000 Euro im Raum. Davon allerdings sollten nicht nur die Schäden im Steg der „Wappen“ behoben werden. Die Hälfte des Geldes sollte in die Reparatur der Stege auf den Königswiesen investiert werden. Diese sind, obwohl erst zur Landesgartenschau 2008 gebaut, an mehreren Stellen morsch. Eine Renovierung gestaltet sich allerdings schwierig. Schließlich waren die Förderbedingungen für den Ausbau des Gartenschau-Geländes äußerst streng. „Inzwischen haben wir uns aber mit Landschaftsarchitekten auf eine Veränderung der Steganlagen geeinigt. Im nächsten Schritt muss nun auch das Innenministerium zustimmen“, sagt Antje Wendt, die weiterhin von Kosten von rund 30 000 Euro ausgeht – und erst für das nächste Jahr mit einem Baubeginn rechnet.

 

 

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erstellt am 21.Mai.2014 | 12:32 Uhr

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