Achterbahn auf dem Dommarkt : „Damit es wieder wie früher wird“

Die Karussells auf dem Stadtfeld sollen sich auch in Zukunft drehen.
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Die Karussells auf dem Stadtfeld sollen sich auch in Zukunft drehen.

Die Schaustellerverbände und die Stadtverwaltung wollen bei den Jahrmärkten enger zusammenarbeiten.

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20. Februar 2018, 15:00 Uhr

Die schlimmsten Zeiten sind vorbei. Darin waren sich Bürgermeister Arthur Christiansen und die Vertreter der drei schleswig-holsteinischen Schaustellerverbände einig, als sie sich gestern im Rathaus trafen, um eine landesweit bislang einmalige Jahrmarkts-Vereinbarung zu unterzeichnen. Beide Seiten bekennen sich dazu, den Dommarkt im Frühling und den Peermarkt im Spätsommer als prägende Elemente des Stadtgeschehens zu erhalten. Das Papier hat in erster Linie symbolischen Wert. Es regelt die Zusammenarbeit zwischen den Unterzeichnern, wie sie ohnehin seit Jahren praktiziert wird. Für Ludolf Fock vom Schaustellerverband Schleswig-Holstein, Frank Dörksen vom Landesverband der Schausteller und Marktkaufleute sowie Dieter Fehlauer vom Schaustellerverband Westküste bedeutet die Vereinbarung, dass sie als Partner auf Augenhöhe anerkannt werden.

Wie sich dieser Umgang miteinander positiv auswirkt, verdeutlichte Thomas Horlbeck („Western-Saloon“), stellvertretender Vorsitzender des Schaustellerverbands Westküste, an einem Beispiel: Der Betreiber einer nagelneuen Achterbahn möchte gern zum Dommarkt vom 27. April bis 1. Mai kommen. Das Problem: Die Anlage ist so groß, dass sich auf den ersten Blick auf dem Stadtfeld kein Platz für sie fand, ohne dass irgendwo ein Stromkasten im Weg stand. Anderswo hätte der Marktmeister in so einer Situation sofort eine Ablehnung verschickt, meint Horlbeck. In Schleswig aber fanden die Schausteller gemeinsam mit Ordnungsamtsleiter Rainer Raup doch noch eine Lösung. Die Achterbahn kann kommen.

Auf welche Highlights sich die Schleswiger darüber hinaus freuen dürfen, steht noch nicht endgültig fest. Aber es werden langsam wieder mehr, versprechen die Schausteller. Das gelte auch für den Peermarkt (7. bis 10. September). „Dass der Peermarkt vor einigen Jahren sogar ganz ausfallen musste, das war für uns ein kleiner Weltuntergang“, sagt Schausteller Matthias Piehl. Zugleich war diese Entwicklung aber auch ein Weckruf. Seither wurde viel am Konzept geändert. „Es wird von Jahr zu Jahr besser“, so Piehl. „Jetzt tun wir alles, damit es wieder wie früher wird.“ Ein privater Sicherheitsdienst, für den die Schausteller selbst zahlen, sorgt dafür, dass sich Familien mit Kindern wieder wohlfühlen auf Schleswigs Jahrmärkten. Angebote für Kinder sind ohnehin immer mehr in den Fokus gerückt. Das hat auch damit zu tun, dass es wegen verschärfter Sicherheitsauflagen in Deutschland heute weniger von den bei jungen Erwachsenen beliebten Schnellkarussells gibt als noch vor einigen Jahren. Dass Jahrmärkte ihr Gesicht verändern, ist ohnedies nichts Neues. Der Peermarkt existiert seit mehr als 400 Jahren. „So lange bieten wir Schausteller den Menschen Zerstreuung und Unterhaltung. Eigentlich sind wir die Wiege der Kultur“, meint Thomas Horlbeck.

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