Krankenkasse : DAK schließt Schleswiger Kundencenter

Die DAK-Geschäftsstelle im Ärztehaus steht nun leer.
Die DAK-Geschäftsstelle im Ärztehaus steht nun leer.

Schleswiger Kunden der Krankenkasse DAK müssen sich künftig an die Geschäftsstelle in Flensburg wenden.

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24. Mai 2018, 08:47 Uhr

Jahrzehntelang war sie Anlaufstelle für die Versicherten aus der Region. Jetzt hat die Krankenkasse DAK ihre Filiale in Schleswig geschlossen. „Die Kundenfrequenz war einfach zu gering, immer mehr Versicherte nutzen unsere Online-Angebote. Deswegen hat sich das Unternehmen dazu entschieden, das Schleswiger Service-Centrum zu schließen“, sagt Rüdiger Reichstein, Leiter der DAK-Geschäftsstelle in Flensburg.

Seit vergangenem Dienstag ist dies nun Gewissheit. An den Scheiben der Räume im Erdgeschoss des Ärztehauses an der Plessenstraße hängt nur noch ein Schild, das auf die Schließung hinweist, die Möbel sind allesamt ausgeräumt. Dabei war die Versicherung dort erst im Dezember 2014 eingezogen, nachdem die Räume im Stadtweg 54 zu groß geworden waren.

Claus Schultheiss (72), seit den 80er-Jahren gemeinsam mit seiner Frau Christa bei der DAK versichert, kann es nicht fassen. „Die können doch nicht einfach zumachen. Das ist doch eine große Versicherung, da geht es auch um Daseinsvorsorge“, sagt er. Da seine Frau chronisch krank ist, sei er in den vergangenen Jahren sehr oft in der Geschäftsstelle gewesen, hatte dort feste Ansprechpartner. „Jetzt muss ich nach Rendsburg oder Flensburg fahren oder mich im Internet informieren. Aber das kann man doch nicht jedem zumuten“, sagt Schultheiss, der zugleich von einem „Skandal“ spricht. Denn die DAK habe ihn nicht über die Schließung informiert.

Diesen Vorwurf jedoch weist Rüdiger Reichstein zurück. „Wir haben jedem Versicherten aus Schleswig und Umgebung bereits Anfang März einen Brief geschickt und darin die Schließung angekündigt“, sagt er. Zudem hätten in der Geschäftsstelle seit Wochen entsprechende Plakate gehangen und auch die Mitarbeiter seien in diesem Punkt aktiv auf die Kunden eingegangen. „Wenn wir trotzdem nicht alle Versicherten erreicht haben, tut mir das leid. Aber wir sind sehr transparent mit dem Thema umgegangen.“ Die Schleswiger Mitarbeiter seien an die Standorte in Rendsburg und Flensburg gewechselt und stünden dort weiter als Ansprechpartner bereit. „Bei uns gibt es kein Callcenter“, so Reichstein.

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