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Aus drei mach eins : Dänische Kirchen fusionieren

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Gemeinden St. Ansgar, Friedrichsberg und Treia haben Vereinigung vollzogen. Dänische Bibliothek plant Umzug an die Bismarckstraße

von
erstellt am 12.Jan.2014 | 07:54 Uhr

Was die drei evangelischen Kirchengemeinden in Schleswig noch vor sich haben, ist bei den dänischen bereits beschlossene Sache: Zum 1. Januar haben Ansgar-Gemeinde und die Kirchen im Friedrichsberg und Treia fusioniert. Ab sofort ziehen sie als „dänische Kirchengemeinde in Schleswig und Umgebung“ an einem Strang. „Es war ein langer Prozess, aber es ist uns gelungen, alle Beteiligten zusammenzuführen, um nun gemeinsam einen neuen Weg einzuschlagen“, sagt Pastor Paul Møller.

Er hatte 2012 an der Ansgar-Kirche die Stelle von Morten Mortensen übernommen, der altersbedingt in den Ruhestand gegangen war. Schon damals war eine Fusion der drei Gemeinden in Planung. „Es geht einfach darum, die Zukunft des dänischen Kirchenlebens in der Region Schleswig zu sichern“, erklärt Møller. Dazu gehöre auch, Geld einzusparen. „Aber wir wollen die zur Verfügung stehenden Ressourcen auch einfach effektiver nutzen.“

So sind von der Dänischen Kirche Südschleswig (DKS) künftig nur noch eineinhalb statt bislang zwei Pastorenstellen für Schleswig vorgesehen. Im Gegenzug wird dem Pastor mit der 50-Prozent-Stelle in Zukunft eine zusätzliche halbe Stelle für die Kinder- und Jugendarbeit zugeschrieben. Wer diese geteilte Aufgabe künftig übernimmt, steht noch nicht fest. Pastor Christian Ulrich Terp, bislang für die Friedrichsberger Kirchengemeinde zuständig, wird in Schleswig bleiben. Paul Møller hingegen wird in Kürze seinen Dienst an der Schlei beenden. „Ich sollte den Übergang begleiten, das war immer so geplant. Aber ich bin schon über 70, in Zukunft muss ein Jüngerer ran“, sagt er.

Während es bei den Pastorenstellen also noch eine Veränderung geben wird, hat sich der neue Kirchengemeinderat bereits aufgestellt. Den Vorsitz hat Jesper Bolund Nielsen übernommen. Er hatte zuvor bereits der Kirchengemeinde im Friedrichsberg vorgestanden. Seine Stellvertreterin wird Randi Kuhnt, die bislang Vorsitzende der Ansgar-Kirche war. Auch Karin Post, die ehemals der Kirchengemeinde Treia vorstand, bleibt dem Gremium erhalten.

Einher mit der Fusion geht auch das ehrgeizige Ziel der neuen dänischen Kirchengemeinde, in Zukunft, möglichst in Schleswigs Innenstadtbereich, ein neues Kirchen- und Gemeindezentrum zu errichten. Bei der Realisierung sollen auch andere Organisationen der dänischen Minderheit einbezogen werden – um es später auch gemeinsam zu nutzen. Bis es soweit ist, werden alle drei bislang eigenständigen Kirchen, auch die in Treia, weiter für Gottesdienste und Versammlungen genutzt.

In diesem Zusammenhang hat insbesondere der große Gebäudekomplex der Ansgar-Kirche an der Bismarckstraße den Verantwortlichen der DKS in den vergangenen Monaten Sorgenfalten auf die Stirn getrieben. Denn nachdem der dänische Schulverein den Ansgar-Kindergarten in einen Neubau an der Hjort-Lorenzen-Schule verlegt hatte, stand ein großer Teil der Immobilie leer. Nun aber ist auch dafür eine Lösung in Sicht. Laut Alice Feddersen, Leiterin der Dänischen Zentralbibliothek in Flensburg, soll die Schleswiger Zweigstelle zum Ende dieses Jahres vom Slesvighus in die Räume des ehemaligen Kindergartens umziehen – als Untermieter der Kirchengemeinde. „Das wird wohl so kommen, auch wenn die nötigen Bauanträge noch nicht gestellt wurden“, sagt Feddersen. Nach dem Umzug stünden der Einrichtung dann rund 100 statt bislang nur 50 Quadratmeter zur Verfügung. Feddersen: „Das ist auch dringend nötig.“

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