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Schleswiger Nachrichten

24. Oktober 2017 | 14:04 Uhr

Kropp : Container für 100 Menschen bestellt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Gemeinde hat beim Land kostenlose Flüchtlingsunterkünfte beantragt. Der Bürgermeister rechnet mit 70 Neuankömmlingen in diesem Jahr.

„Es geistert das Gerücht durch Kropp, dass ich 100 Container bestellt habe“, sagte Bürgermeister Stefan Ploog in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Ja, er habe beim Land Wohncontainer beantragt, aber nicht 100 in der Zahl, sondern für 100 Personen – wobei einer jeweils vier Personen Platz biete. Hinzu würden Küchen- und Sanitärcontainer kommen. „Ich möchte vorbereitet sein, falls Flüchtlinge kommen. Nicht, dass sie in Zelten schlafen müssen“, sagte er. Dieses Jahr würden 70 Flüchtlinge erwartet und „wir haben ganz große Schwierigkeiten, Wohnungen zu erhalten“, so Ploog.

Auch Flüchtlinge mit Aufenthaltsgenehmigung, die sich selbst eine Wohnung suchen könnten, finden oft keine, „denn die Bereitschaft ist nicht mehr groß, an Flüchtlinge zu vermieten“, meinte CDU-Ausschussmitglied Holger Schwien. Für Neuankömmlinge stehe deshalb kaum Platz zur Verfügung. Die Container, die das Land kostenlos bereitstellt, könnten Abhilfe schaffen. Die Gemeinde müsste nur die Transportkosten übernehmen und einen Standort finden. „Noch weiß ich aber nicht, ob wir welche bekommen“, betonte der Bürgermeister. Eine Containerlösung will Ploog der Gemeindevertretung auch für den Ersatz der öffentlichen Toilette vorschlagen, die sich im Imbiss „Spieskammer“ befindet, der bald abgerissen wird. Den Standort würde er gern dorthin verlagern, wo die Taxen stehen. Die Gemeinde will sich laut Ploog um Fördermittel für einen bis zu 120  000 Euro teuren Toilettencontainer kümmern. Derweil läuft der Auszug der Mitarbeiter aus dem alten Rathaus. Das Bauamt ist schon auf dem Bauhof, nächste Woche ziehen Amts- und Bürgervorsteher sowie Bürgermeister ins Gebäude in der Bahnhofstraße. Dessen Umbau wird die anvisierten Kosten von 350  000 Euro wohl einhalten, sagte er. Lieferengpässe verzögern den Bau des neuen Blockheizkraftwerks. Solange es nicht steht, kann der Altbau mit der Heizungsanlage nicht abgerissen werden, obwohl er ab dem 10. März leer stehen wird. Danach wird die Brücke am Eingang abgebaut und nur noch der neuere Teil des Rathauses an der Bahnhofstraße zugänglich sein.

Der Hauptausschuss sprach einstimmig die Empfehlung für den Bau einer dritten Kindertagesstätte aus. Der Antrag für eine 75-prozentige öffentliche Förderung der Baukosten von voraussichtlich 1,4 bis 1,6 Millionen Euro sei gestellt, so Ploog. Sobald man wisse, ob man eine Förderung erhalte, werde man an die konkrete Planung gehen, ergänzte er.

Für Diskussionen sorgte der Antrag des Schleswiger Frauenzentrums auf finanzielle Unterstützung. Bürgermeister Stefan Ploog meinte, es sei unstrittig, wie wichtig das Zentrum sei – aber wie jeder Verein, der Förderung beantrage, müsse es darstellen, welche Leistungen es erbringe und wie es sich finanziere. „Ich will verlässliche Zahlen haben“, betonte er. Holger Schwien meinte: „Wir müssen sehen, was der Kreis und die Stadt Schleswig geben. Und wir müssen wissen, ob 50 Euro okay sind.“ Maria Streibel (AWK) hatte darauf bereits eine Antwort: Sie würde sich schämen, wenn man – wie manche Gemeinden der Umgebung – lediglich 50 oder 70 Euro geben würde. Letztlich stimmte der Hauptausschuss dem Vorschlag des Sozialdemokraten Uwe Baurhenne zu, dem Frauenzentrum die Möglichkeit zu geben, sich im Fachausschuss vorzustellen.

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