Schleswig : Comeback der Swinging City wackelt

Es gibt eine Neuauflage: Partystimmung auf dem Capitolplatz – wie hier mit der Coverband „Robbie and the Williams“ – ist das Markenzeichen der Swinging City in Schleswig.
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Es gibt eine Neuauflage: Partystimmung auf dem Capitolplatz – wie hier mit der Coverband „Robbie and the Williams“ – ist das Markenzeichen der Swinging City in Schleswig.

Letzter von ursprünglich vier Interessenten für Ausrichtung des Stadtfestes beklagt sich über verhaltene Resonanz von Sponsoren.

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19. Januar 2015, 07:48 Uhr

Vier potenzielle Veranstalter hatten vor einem halben Jahr noch den Finger gehoben, als es um ein Wiederbeleben der Swinging City in diesem Sommer ging. Inzwischen ist nur noch einer davon übrig: Marlon Böhning. Ob der 30-Jährige am Ende tatsächlich ein neues Stadtfest aus der Taufe hebt, dahinter stehen allerdings noch viele Fragezeichen: „Ich habe mir jetzt bis Ende März eine Frist gesetzt. Wenn ich bis dahin nicht die Finanzierung geklärt habe, wird es nichts werden mit einem Comeback der Swinging City.“

Noch im vergangenen Sommer hörte sich Böhning deutlich optimistischer an. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Thore Josten (24) wollte er „wieder Schwung in die Stadt bringen“ , wie die beiden damals betonten. Erste Bands wurden angesprochen, Sponsoren kontaktiert. Auch das Datum für das zweitägige Sommerfest wurde schnell festgezurrt: das Wochenende 17. und 18. Juli. „Das würde perfekt passen, weil da keine Konkurrenzveranstaltungen wie etwa Brarupmarkt oder die Kieler Woche stattfinden“, sagt Böhning. Dennoch gestalte es sich „äußerst schwierig“ Geldgeber für die Finanzierung eines neuen Stadtfestes zu gewinnen. Das wiederum sei einer der Gründe gewesen, warum sich sein Partner Josten inzwischen zurückgezogen hat.

In den vergangenen Tagen ist Böhning deshalb noch einmal allein losgegangen und hat bei der Schleswiger Wirtschaft ordentlich die Werbetrommel für sein Projekt, das den Namen „In musica“ trägt, gerührt. Dazu hat er in vielen Läden und Betrieben in der Stadt Visitenkarten verteilt, die auf seine Homepage (www.schleswig-in-musica.npage.de) hinweisen. Dort wiederum stellt er sein Konzept für eine Neuauflage der Swinging City vor. „Mir fehlt noch ein Betrag im unteren fünfstelligen Bereich, ansonsten ist die Planung abgeschlossen“, sagt Böhning.

Auf fünf Bühnen (am Gallberg, Kornmarkt, Capitolplatz, vor dem Kundencenter der Schleswiger Nachrichten sowie am ehemaligen Hertie-Kaufhaus) soll es demnach einen bunten Musikmix geben. Dafür fest eingeplant sind laut Böhning bislang auch die Schleswiger Kultbands Conventional Sound, Beatniks und Kompliment. Am Gallberg sollen zudem lokale Newcomer-Bands aus dem Heavy-Metal-Bereich eine Chance bekommen, sich vor Publikum zu präsentieren – „wenn“, so Böhning, „ denn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle“. Und wenn nicht? „Dann bin ich so realistisch und lasse es sein. Ich habe keine 20  000 Euro übrig, die ich einfach mal raushauen könnte.“

Das wiederum gilt wohl auch für die Stadt. Die hatte 2009 zuletzt einen Zuschuss für die Swinging City gewährt, die bis dahin 17 Jahre lang von der Interessengemeinschaft Ladenstraße (IGL) organisiert wurde. Danach hatten verschiedene Unternehmer auf eigene Faust das Ruder übernommen. In den vergangenen zwei Jahren schließlich fiel die Veranstaltung jeweils komplett aus.

Dass sie in diesem Sommer nun endlich ein Comeback erleben könnte, war ursprünglich auch der Plan von Ingo Harder und Uwe Friedrichs, der das Fest bereits viele Jahre für die IGL auf die Beine gestellt hatte. Nach dessen Tod im vergangenen Jahr stellte auch Harder sein Interesse zurück. „Auch weil wir damals keine Konkurrenz zu Böhning und Josten aufbauen wollten. Die waren mit ihren Planungen ja schon weiter als wir“, sagt er. Für das laufende Jahr schließt er aus, sich noch einmal zu engagieren. Sollte es am Ende aber auch 2015 kein Stadtfest in Schleswig geben, „kann ich mir durchaus vorstellen, für nächstes Jahr die Sache anzugehen. Nicht aus Profitgründen, sondern allein für die Stadt und ihre Bürger“.

Für die hat Harder für diesen Sommer übrigens jetzt schon ein kleines Trostpflaster parat: Am Wochenende 31.Juli/1. August lädt er die Schleswiger erneut zur Beachparty auf den Capitolplatz ein. „Das ist fest eingetütet“.

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