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IGL schlägt Alarm : City-Parkhaus muss für zwei Jahre gesperrt werden

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bauamt: Sanierung während des laufenden Betriebs unmöglich

shz.de von
erstellt am 24.Aug.2013 | 00:33 Uhr

Die dringende Sanierung des Parkhauses am Schwarzen Weg wird nicht nur die Stadtkasse erheblich belasten. Als mindestens genauso gravierend könnte sich das durch die Bauarbeiten ausgelöste Verkehrschaos in der Innenstadt erweisen. Denn wie die Stadt gestern Mittag bekannt gab, muss das Parkhaus während der Sanierung voll gesperrt werden. Dadurch würden 800 der insgesamt 2000 Stellplätze im Zentrum wegfallen. Prekär: Das Bauamt geht davon aus, dass die Arbeiten zwei Jahre dauern werden. Der Beginn steht noch nicht fest.

Klaus-Peter Jeß, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Ladenstraße (IGL) und Chef des Modehauses I.D. Sievers im Stadtweg, konnte es nicht fassen. Zweimal fragte der Kaufmann gestern im Amtszimmer von Bürgermeister Thorsten Dahl nach, ob es keine Alternative gebe. Könnte man das Parkhaus Stück für Stück sanieren, so dass es stets zu einem Gutteil genutzt werden kann? Sei die Vollsperrung wirklich nötig? Doch die Antworten von Dahl und Bauamtsmitarbeiter Ulrich Schlüter waren eindeutig: Die Parkdecks ließen sich nur in einem Stück sanieren. Den Bröckelbeton müsse man großflächig abfräsen, die Stahlbewehrung mit Sand abstrahlen. Währenddessen dürfe da außer den Bauarbeitern niemand herumlaufen.

Wegen zweier gebrochener Stützen wurden gestern 24 Stellplätze auf dem Deck C gesperrt. Dort sollen neue Säulen eingezogen werden. Die Sanierung des gesamten Gebäudes muss jedoch nach den Erkenntnissen der Ingenieure nicht derartig überstürzt erfolgen. Der Bürgermeister will die Zeit bis zur Vollsperrung des Parkhauses nutzen, um für die Autofahrer Alternativen zu entwickeln. Denkbar sei es, dass insbesondere die Beschäftigten der Innenstadt auf dem Stadtfeld parken, während man den Kunden die Parkplätze in unmittelbarer Nähe zur Fußgängerzone überlässt. Auch die Freiflächen rund um die Brauerei kommen als Stellplatz in Frage, so wie zuletzt während der Wikingertage. Voraussetzung wäre allerdings eine Zustimmung der Grundstückseigentümerin. Dabei handelt es sich um die Schleswiger Unternehmerin Sybille Schmid-Sindram („Bonus Strom“).

IGL-Chef Jeß zeigte sich gestern entsetzt über die geplante Vollsperrung des Parkhauses. „Das könnte der Todesstoß für die Innenstadt sein“, sagte er und verwies darauf, dass 90 Prozent aller Kunden mit dem Auto kämen. Umfragen unter Kunden hätten ergeben, dass die gute Erreichbarkeit einer der Hauptgründe dafür sei, die Geschäfte der Innenstadt anzusteuern.

Im Zuge der Hiobsbotschaft zur Parkhaus-Sperrung wäre eine weitere Negativ-Meldung fast untergegangen. Die vom Rathaus und der Politik am Donnerstag noch auf Kosten von maximal vier Millionen Euro bezifferte Sanierung des Parkhauses korrigierte Bauamtsmitarbeiter Schlüter gestern nach oben. Man müsse mit 4,8 Millionen Euro rechnen. Er betonte, dass eine Sanierung günstiger sei als ein Neubau. Während eine Sanierung zirka 3850 Euro pro Stellplatz koste, müsse man für einen Neubau zwischen 10 000 und 11 000 Euro pro Stellplatz kalkulieren. Das entspricht einer Bausumme von bis zu 8,8 Millionen Euro.

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