Süderbrarup : Cimbern-Rallye fand diesmal ohne Zuschauer statt

Rainer Haulsen (l.) im Gespräch mit einem dänischen Rallye-Teilnehmer.
Rainer Haulsen (l.) im Gespräch mit einem dänischen Rallye-Teilnehmer.

111 Teilnehmer waren bei den Wertungsprüfungen am Start.

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06. September 2020, 19:15 Uhr

Süderbrarup | In Süderbrarup herrschte Wettkampfstimmung: Laute Motoren dröhnten über dem Platz. Unter geöffneten Motorhauben wurde geschraubt und gewischt. Funkgeräte krächzten, Handys klingelten. Ruhiger Mittelpunkt in dem Gewusel war Rennleiter Rainer Haulsen. Der 59-Jährige steht seit fünf Jahren an der Spitze der „ADAC Cimbern-Rallye“.

Doch die Rallye lief am Wochenende nicht so ab wie sonst, denn es fehlte das Publikum. „Die Cimbern-Rallye ohne Zuschauer, auch daran ist Corona schuld“, bedauerte Rennleiter Haulsen. Durch Gitter abgeschottet hatten sich die 111 Teilnehmer mit Anhang, etwa 500 Menschen, auf dem Süderbraruper Marktplatz eingerichtet. Im Mittelpunkt die Rallye-Fahrzeuge, bunt bedruckt und mit sattem Sound.

Nur lokale Motorsportfreunde am Start

Standen die Fahrzeuge in den vergangenen Jahren im Interesse der Motorsportfreunde aus ganz Schleswig-Holstein, war man in diesem Jahr unter sich. „Wir sind froh diese Rallye überhaupt mit hohen Auflagen durchführen zu können“, betonte Haulsen und ergänzte, dass die „Cimbern-Rallye“ nach dem Beginn der Corona-Pandemie die erste öffentliche Motorsportveranstaltung in Deutschland sei. Aber auch ohne Zuschauer war die Rallye der Veranstaltergemeinschaft Motorsportfreunde Idstedt und des Automobilclubs Schleswig ein großes motorsportliche Event.

Die Voraussetzungen waren vielversprechend, noch nie waren außerhalb der Weltmeisterschaft 14 der leistungsstarken R5-Boliden bei einer deutschen Rallye am Start. Die Dänen, die ihren ersten Lauf zur diesjährigen Meisterschaft absolvierten, brachten ihre gesamte Elite mit nach Süderbrarup. Die deutschen Top-Sportler wurden von Christian Riedemann angeführt. 111 Teams rollten über die Startrampe, so viele gab es bei Deutschlands nördlichster Rallye seit über 30 Jahren nicht mehr. 75 von ihnen kamen ins Ziel.

Rallye hat Tradition in Angeln

Die drei Wertungsprüfungen fanden im Raum Rabenkirchen, Mittelangeln, Westerakeby statt. Alle Beteiligten zeigten sich von den Strecken der Wertungsprüfungen angetan, da sie an die Fahrer wegen ihrer Kurven und Kuppen hohe Anforderungen stellten. Fazit des Rennleiters: „Die Resonanz zeigt uns, dass es richtig war, das Wagnis einer Rallye nach Corona einzugehen“. Die „Cimbern-Rallye“ sei eine Werbung für den Motorsport und darüber hinaus für die Region Angeln gewesen, bescheinigten viele Teilnehmer.

Seit über 30 Jahren hat die Rallye Tradition in Angeln. Noch unter der Bezeichnung „Wikinger Rallye“ begann damals das Motorsport-Event und läuft seit fünf Jahren unter dem Namen „Cimbern-Rallye“.

Motorsport hat ein große Fangemeinde

Wurde die Rallye in den Anfangsjahren in vielen Gemeinden mit Skepsis betrachtet, hat sich diese inzwischen aufgelöst. Dazu hat der Veranstalter durch eine gute Organisation vor und nach dem Rennen beigetragen. Schon wenige Stunden nach Ende der Veranstaltung haben Hilfstrupps die Straßen wieder hergerichtet und die Schilder abgebaut. Durchgesetzt habe sich auch die Erkenntnis, so Haulsen, dass die Cimbern-Rallye ein großes sportliches Ereignis in der Region ist und der Motorsport eine große Fangemeinde auch in der Region hat. Auch die wirtschaftlich-touristische Bedeutung wachse stetig.

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