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Tagungszentrum in Angeln : Christianslyst ist vorerst gerettet

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Tagungszentrum Christianslyst bei Süderbrarup stand kurz vor dem Aus. Jetzt sichern die Organisationen der dänischen Minderheit die Finanzierung bis Ende 2018.

Es war ein Schock für Vereine und Verbände der dänischen Minderheit, als der Verein der Dänischen Jugendorganisationen in Südschleswig (Sydslesvigs danske Ungdomsforeninger, SDU) am 1. April bekannt gegeben hatte, das Nottfelder Schullandheim und Tagungscenter Christianslyst zum Ende des Jahres zu schließen. Doch nachdem sichergestellt war, dass es sich nicht um einen Aprilscherz handelte, wurde gemeinsam mit anderen Vereinen und dem dänischen Staat eine Übergangslösung bis zum Ende des Jahres 2018 vereinbart.

„Wir müssen unseren Verein wirtschaftlich führen“, erklärte Kirstin Asmussen, die 1. Vorsitzende des SDU. Sie hätten das Jahr 2015 mit einem Minus abgeschlossen und auch für 2016 nicht anders budgetieren können. Deshalb habe der Vorstand die Organisation durchleuchtet und Sparpotenziale gesucht. Dies sei aber nur über die Reduzierung des Angebots zu realisieren gewesen. „Bei dieser Überprüfung haben wir festgestellt, dass Christianslyst der Zweig unseres Vereins ist, der am weitesten von unseren Satzungsinhalten entfernt ist“, fährt Asmussen fort. Hier bestehe seit ungefähr zehn Jahren ein jährliches Defizit von durchschnittlich 100  000 Euro. Außerdem gebe es einen großen Renovierungsbedarf. Dieser sei von Fachleuten auf 3,5 Millionen Euro geschätzt worden.

„Diese Möglichkeit haben wir in unserem Verein nicht“, stellt die SDU-Vorsitzende fest. Deshalb habe der Vorstand im Frühjahr beschlossen, Christianslyst Ende November zu schließen und zum Verkauf anzubieten. Diese Mitteilung löste starke Diskussionen aus. Insbesondere der dänische Grenzverein (Dansk Grænseforeningen) war betroffen. Er nutzt Christianslyst für die Unterbringung dänischer Gäste, die mehr über das Leben der Minderheit in „Sydslesvig“ erfahren wollen. Dort hatte man die Befürchtung, dass mit dem Wegfall dieser Unterbringungsmöglichkeiten in geschichtlich interessanter Umgebung, die Verbindungen ganz abbrechen könnten und dann wieder schwer zu etablieren seien.

Der dänische Schulverein (Dansk Skoleforening) war ebenfalls betroffen, da diesem dadurch die Möglichkeit von Schullandheimaufenthalten wegfällt.

Die unterschiedlichen Interessenslagen riefen den „Sydslesvig Udvalget“ auf den Plan. Er ist das Bindeglied zwischen dem dänischen Parlament und der dänischen Minderheit und entscheidet über Zuschüsse sowie Darlehen, die nach Südschleswig fließen. Unter seiner Leitung wurde in Kopenhagen am 9. Mai eine Übereinkunft der drei beteiligten Vereine für eine Übergangslösung getroffen. Dadurch wird der SDU finanziell entlastet und überträgt Aufgaben auf die anderen Vereine. Diese Lösung soll bis Ende 2018 gelten. Im „Samråd“, dem Zusammenschluss aller dänischer Organisationen in Südschleswig, soll eine Arbeitsgruppe aufgestellt werden, die sich mit dem Thema „Was wird nach 2018?“ beschäftigen wird. Insbesondere soll geklärt werden, wo man dann Gäste aus Dänemark empfangen und ihnen das Minderheitsleben vermitteln soll.

Nur eines steht für Kirsten Asmussen fest: „Die SDU kann Christianslyst nicht mehr in eigener Regie weiterführen!“ Sie geht davon aus, dass die Immobilie dann verkauft wird.






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