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lange strasse : Christiansen will Häuser verkaufen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bürgermeister verschafft sich einen Überblick über Immobilien im städtischen Eigentum. Unterhaltskosten belasten den Haushalt.

Der Verein Kulturzentrum musste raus, der Schachclub, das Seniorenorchester und die Umweltgruppen. Vor einem Jahr räumte die Stadt eines der schönsten Gebäude in der Altstadt: das Haus in der Langen Straße 6. In der ehemaligen Altenbegegnungsstätte wollte man Platz schaffen für eine Kinderkrippe – für den Fall, dass die bestehenden Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren nicht ausreichen.

Die Sorge war unbegründet, und so steht das im 17. Jahrhundert erbaute Bürgerhaus seit Monaten leer. Nur im Obergeschoss hat das Landestheater Regale voll alter Aktenordner untergebracht, nachdem es sein einsturzgefährdetes Gebäude im Lollfuß räumen musste.

Die Lange Straße 6 ist eines der ersten Häuser, an das Bürgermeister Arthur Christiansen denkt, wenn er sagt, dass die Stadt sich demnächst von überzähligen Immobilien trennen sollte. Die Erkenntnis ist nicht ganz neu, schon seit zehn Jahren sind immer wieder städtische Gebäude auf dem Immobilienmarkt zu haben. In vielen von ihnen befinden sich vermietete Wohnungen. Auch ein Verkauf des Rathaus-Nebengebäudes in der Fischbrückstraße 1 war immer wieder einmal im Gespräch.

Nach dem Wechsel auf dem Bürgermeisterstuhl „steht jetzt – wie in vielen Bereichen – alles auf Anfang“, sagt Rathaus-Sprecherin Antje Wendt. Christiansen lässt derzeit eine Übersicht über den städtischen Häuserbestand erstellen. Auf dieser Basis möchte er der Ratsversammlung empfehlen, was verkauft werden kann. Dass die Stadt zu viele Gebäude hat, ist für ihn klar: „Wir haben einen Bestand, wie er für eine Stadt mit 35 000 Einwohnern angemessen wäre.“ In Schleswig wohnen aber nur noch knapp 24 000 Menschen. Wendt betont, es gehe „nur um die Liegenschaften, die nicht zur Aufgabenerfüllung der Stadtverwaltung gehören“. Städtische Mitarbeiter brauchen sich also wohl nicht darauf einstellen, mit ihren Büros umzuziehen.

Der Bürgermeister möchte den Stadthaushalt nicht nur durch den Verkaufserlös entlasten, sondern auch die laufenden Kosten senken. So kostet der Unterhalt für das Haus in der Langen Straße 6 jährlich 20 000 Euro. Aufwendige Instandsetzungen sind darin noch nicht enthalten. Zuletzt wurde das Gebäude 1987 für 1,2 Millionen Euro von Grund auf saniert. Die Mittel stammten überwiegend aus einem Landeszuschuss, der zweckgebunden war für die Verwendung als Altenbegegnungsstätte. Hauptnutzer war damals der Schleswiger Seniorenkreis. Dieser Verein existiert schon seit 2006 nicht mehr. Aber erst jetzt ist die 25 Jahre andauernde Zweckbindung ausgelaufen – und damit der Weg frei für einen Verkauf.

 

 

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erstellt am 06.Feb.2014 | 07:45 Uhr

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