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Schleswiger Nachrichten

23. Oktober 2017 | 12:26 Uhr

Christiansen will es besser machen

vom

Gemeinsamer Bürgermeister-Kandidat von SPD, SSW und Grüne stellt sich vor und übt Kritik an Amtsinhaber Thorsten Dahl

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Schleswig | Den Namen von Amtsinhaber Thorsten Dahl nahm Handewitts Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen kein einziges Mal in den Mund. Dennoch wurde klar, dass er die Arbeitsleistung des Mannes, den er im kommenden Januar als Verwaltungschef der Stadt Schleswig ablösen möchte, für kritikwürdig hält - und dass er davon überzeugt ist, es besser machen zu können. Seinen ersten offiziellen Auftritt als künftiger Bürgermeister-Kandidat von SPD, SSW und den Grünen nutzte Christiansen gestern in einem Pressegespräch dazu, sich als kompetente Alternative darzustellen. Seine Botschaft: Schleswig benötige einen gut vernetzten und durchsetzungsstarken Bürgermeister, der von Bevölkerung und Politik getragen werde: "Derzeit gibt es keinen Kapitän an Bord. Die Stadt wirkt wie eine Perle, die nicht geputzt wird." Schleswig empfinde er als verschlafen.

An Vorschusslorbeeren für Christiansen (48) mangelte es jedenfalls nicht. Birte Pauls, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, betonte, dass "wir ihn für den vielversprechendsten Kandidaten halten". Babette Tewes, Sprecherin des Grünen-Ortsverbandes, sagte, dass er ein Kandidat sei, "der für eine breite Mehrheit wählbar ist". Rainer Wittek (SSW) amüsierte sich darüber, dass Christiansen bei seinem Vorstellungsgespräch bei der dänischen Minderheit als eigene schlechte Eigenschaften angegeben habe, dass er manchmal zu schnell und zu forsch sei. Für Schleswig, so Wittek, seien das durchaus wünschenswerte Eigenschaften.

Nach der Kommunalwahl will der so Gelobte ein Team zusammenstellen, mit dessen Hilfe er den Schleswigern erklären will, warum sie ihn wählen sollten. Christiansen hat sich vorgenommen, die Verwaltung neu zu organisieren ("Es müssen die richtigen Leute auf den richtigen Plätzen sitzen"), die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden wieder anzuschieben und ein gutes Miteinander mit der Ratsversammlung zu pflegen. Dass er dazu in der Lage sei, belegte er mit einem Beispiel aus Handewitt. In seiner fast fünfjährigen Amtszeit als Bürgermeister habe er nur dreimal offizielle Anfragen in der Gemeindevertretersitzung beantworten müssen. Dies zeige, dass der Informationsaustausch funktioniert - ganz im Gegensatz zu Schleswig, wie Birte Pauls feststellte. Hier gebe es in nahezu jeder Ratssitzung Fragen an den Bürgermeister. Auch die kulturellen Schätze und die Geschichte der Stadt will Christiansen strategisch neu ausrichten. Thematisch in die Tiefe gehen konnte er gestern allerdings nicht. Er müsse sich in die Schleswiger Belange erst einarbeiten, sagte er.

Seit Bekanntwerden seiner Kandidatur gibt es jedoch auch Gegenwind. Und dies hängt mit seinem vor zwei Wochen erklärten Austritt aus der CDU zusammen. Dass er sich nur wenige Tage später auf Initiative der SPD zum Schleswiger Bürgermeister-Kandidaten aufstellen ließ, hat für einige Internet-Kommentatoren ein Geschmäckle. Christiansen und Pauls sahen dafür jedoch keine Grundlage. Der Handewitter Bürgermeister sagte erneut, dass er wegen seiner Unzufriedenheit mit der CDU-Bildungspolitik ausgetreten sei. Er habe seinen Parteifreunden bereits im vergangenen November mitgeteilt, über einen Austritt nachzudenken. Seinen Mitbewerber und Ex-Parteifreund Frank Neubauer habe er telefonisch über seine Kandidatur in Kenntnis gesetzt. Dessen Freude hielt sich offenbar in Grenzen. Christiansen: "Es konnte ja niemand ahnen, dass ein Hochkaräter aus dem nördlichen Kreisgebiet nach Schleswig kommt."

In einer öffentlichen Mitgliederversammlung will die SPD heute den Bürgermeister-Kandidaten Dr. Arthur Christiansen präsentieren und nominieren. Beginn um 19 Uhr in der "Strandhalle".

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