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Gesprächsreihe in Schleswig : Christen und Muslime wollen miteinander reden

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Am Mittwochabend geht es im Gemeindehaus Michaelisberg um die Frage: Was ist uns heilig?

Wie harmonisch Christen und Muslime zusammenleben können, das weiß kaum jemand so gut wie Julia Ahmed. Die angehende evangelische Pastorin ist mit einem Moslem verheiratet. Morgen um 19.30 Uhr kommt die junge Frau aus Bad Oldesloe ins Schleswiger Gemeindehaus auf dem Michaelisberg und berichtet von ihren Erfahrungen. Der Abend bildet den Auftakt zu einer Gesprächsreihe, die die Dompastoren Joachim Thieme-Hachmann und Michael Dübbers mit Unterstützung des türkisch-islamischen Kulturvereins organisieren. „Wir wollen voller Respekt miteinander leben“, sagt Dübbers, „das geht nur, wenn man voneinander weiß.“ Überhaupt betont der Theologe vor allem die Gemeinsamkeiten zwischen Christen und Muslimen. „Wir haben ein unterschiedliches Gottesbild, aber beiden glauben, dass es einen Gott gibt, der unser Leben bestimmt.“

Die Voraussetzungen für fruchtbare Gespräche über Religionsgrenzen hinweg sind günstig, findet Mustafa Kayar vom türkisch-islamischen Kulturverein. „Es gibt in Schleswig keine islamfeindliche Stimmung“, sagt er. „Wenn ich durch die Straßen gehe, sehe ich fast nie fremdenfeindliche Schmierereien.“ Dass das so ist, glaubt er, liege auch daran, dass es unter den Schleswiger Muslimen keine Extremisten gibt. „Wenn wir hier Salafisten hätten, gäbe es sicher auch bald eine Pegida-Bewegung“, sagt er. Nach den Terrorakten von Paris im Januar veröffentlichte der türkisch-islamische Kulturverein in Schleswig eine Erklärung, in der er die Anschläge als „Angriff auf die Menschheit“ und als „niederträchtig und absolut inakzeptabel“ bezeichnete. Mustafa Kayar sagt aber auch, dass er es als kränkend empfindet, wenn viele Zeitungen als Reaktion auf die Anschläge immer wieder neue Mohammed-Karikaturen veröffentlichen. Stoff also für Diskussionen auf den Gesprächsabenden.

 

Die Termine (immer am Mittwoch um 19.30 Uhr):

4. März: „Was ist uns heilig?“ Christen und Muslime im Gespräch – eine Einführung. Gemeindehaus Michaelisberg, Bismarckstraße 12b.

11. März: „Glauben wir an den gleichen Gott?“ Gott und seine Gebote in Bibel und Koran, mit den Pastoren Michael Bruhn und Gisela Andresen, Bibelzentrum am St.-Johannis-Kloster.

18. März: „Religionsunterricht – übereinander oder miteinander lernen?“ Mit Oberkirchenrat Thorsten Dittrich und dem Domschul-Lehrer Karlheinz Einsle, Landesvorsitzender des Religionslehrer-Verbands, Gemeindehaus Bismarckstraße 12b.

25. März: „Der Islam – fremde Religion in der Nachbarschaft“. Besuch in der Moschee, Friedrichstraße 24.

1. April: „Christlich-islamischer Dialog als Herausforderung für die Zukunft“, mit Pastor Axel Matyba, Beauftragter der Nordkirche für den christlich-islamischen Dialog, Gemeindehaus Bismarckstraße 12b.

Alle Gespräche jeweils am Mittwoch ab 19.30 Uhr. Moderatoren sind die Dompastoren Michael Dübbers und Joachim Thieme-Hachmann.

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erstellt am 03.Mär.2015 | 12:43 Uhr

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