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Christdemokraten haben in Flensburg das Nachsehen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sowohl bei der Erst- als auch bei den Zweitstimmen machte die SPD das Rennen in Flensburg. Bei den Zweitstimmen lag sie mit 35,6 Prozent klar vor der CDU, die auf 30,5 Prozent kam. Im Vergleich zu 2009 haben beide großen Parteien deutlich zugelegt; die SPD kam vor vier Jahren auf 28, die CDU auf 24,7 Prozent der Zweitstimmen. Auf Platz drei landete Bündnis 90 / Die Grünen mit 11,9 Prozent, gefolgt von den Linken mit 8,2 Prozent. Die FDP blieb auch in Flensburg mit 4,4 Prozent unter der 5-Prozent-Marke. Das gilt auch für AFD mit glatt vier und die Piraten mit 2,6 Prozent. Kleines Kuriosum: Auf 1,1 Prozent der Zweitstimmen kam in Flensburg die Tierschutzpartei. Ein Negativtrend setzt sich fort: Bei einer Wahlbeteiligung von nur 65,4 Prozent ist jeder dritte Wahlberechtigte zu Hause geblieben.

Der SPD-Direktkandidat Dirk Peddinghaus erhielt viel Rückenwind aus dem Norden. Mit 40,9 Prozent der Erststimmen hielt er seine Rivalin Sabine Sütterlin-Waack von der CDU, die auf 33,8 Prozent der Erststimmen kam, klar auf Distanz. Mit diesem Ergebnis war Peddinghaus auch deutlich besser als Wolfgang Wodarg vor vier Jahren, der in Flensburg auf 36,5 Prozent gekommen war und damit vor CDU-Mann Wolfgang Börnsen (30,5 Prozent) lag, den Wahlkreis aber ebenso wie gestern Peddinghaus doch nicht gewann. Die Grünen-Kandidatin Marlene Löhr schaffte gestern beachtliche 9,8 Prozent, Heinz-Werner Jezewski (Die Linke) immerhin noch 7,1 Prozent.

„Jubel sieht anders aus“, grummelt ein Genosse im SPD-Büro am Hafermarkt nach den ersten Hochrechnungen. Es gibt Würstchen mit wahlweise Nudel- oder Kartoffelsalat; das berühmte Foto von Willy Brandt mit Fluppe und Klampfe erinnert an bessere Zeiten. Der Flensburger SPD-Chef Helmut Trost vergleicht die ersten einlaufenden Ergebnisse aus dem Flensburger Rathaus mit denen von 2009; immerhin – hier hat die Partei deutlich zugelegt.

Ein paar Steinwürfe weiter sitzen die Grünen und die Linken zusammen in der Gaststätte „Tableau“ an der Kurzen Straße. „Minus ist Mist“, sagt Grünen-Ratsfrau Ellen Kittel-Wegner unumwunden zum Wahlergebnis ihrer Partei. Linken-Kandidat Heinz-Werner Jezewski freut sich über ein gutes Ergebnis. Wie das? „AfD und FDP unter fünf, das ist gut. Die unsozialen Kräfte sind draußen.“

Der Flensburger CDU-Vorsitzende Arne Rüstemeier ist sich sicher, dass auch Flensburg in den kommenden vier Jahren in Berlin gut vertreten sein wird. Und die Flensburger CDU müsse sich mit dem erzielten Ergebnis nicht verstecken. Kay Richert, der Flensburger FDP-Kreisvorsitzende, sieht in dem Wahlergebnis ein „Desaster“, meint aber, dass die Landes- und Kommunalpolitiker der FDP jetzt unbelastet von der Bundespartei befreit weiter abreiten können.

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erstellt am 23.Sep.2013 | 00:34 Uhr

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