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Schleswig-Holstein-Lied : Chemnitz-Bellmann-Denkmal im neuen Glanz

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Denkmal für die Verfasser des Schleswig-Holstein-Liedes war zunehmend verwahrlost. Jetzt hat die Stadt Schleswig 15 000 Euro für die Sanierung ausgegeben.

Ein Glockenspiel in der Schleswiger Ladenstraße spielt es jeden Mittag um 12 Uhr, und um Mitternacht ist es auf RSH zu hören: Das Schleswig-Holstein-Lied ist nicht nur die Landeshymne, sondern es ist auch untrennbar mit der Stadt Schleswig verbunden. Das Denkmal an der Michaelisallee, das daran erinnert, präsentierte sich zuletzt in einem jämmerlichen Zustand.

Nun ist es für 15 000 Euro von Grund auf hergerichtet worden. Der Fußweg rund um die Statue, der unter Brennnesseln und Löwenzahn kaum noch zu erahnen war, hat eine neue Deckschicht bekommen. Die Mauer, die das Denkmal umfasst, ist wieder stabil. Keine Steine purzeln mehr ins Gestrüpp. Auch das eiserne Geländer ist erneuert. Vor einem Jahr hatte Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs angekündigt, dass seine Umweltdienste das Areal grundsanieren würden. Schließlich hatte die Stadtverwaltung den Auftrag aber extern ausgeschrieben und die Arbeiten an das Hüsbyer Landschaftsbau-Unternehmen Dieter Schnoor und den Schleswiger Metallbaubetrieb Sörensen-Bartsch vergeben.

Bei der informellen Wieder-Einweihung kündigte Bürgermeister Arthur Christiansen gestern Mittag an, jetzt besser darauf zu achten, dass das Denkmal auch in Zukunft in einem gepflegten Zustand bleibt. Das hörten die anwesenden Herren vom Verkehrs- und Verschönerungsverein gern. Sie hatten aus ihrer Vereinsschatulle 500 Euro für die Instandsetzungsarbeiten beigesteuert. „Die zahlreichen Denkmäler in Schleswig zu erhalten, ist eines unserer ganz zentralen Anliegen“, sagte der Vereinsvorsitzende Manfred Hullmann. Vertreter der Intitative Pro Lollfuß freuten sich ebenso über das Ergebnis der Bauarbeiten wie Reimer Pohl, der frühere Vorsitzende der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte. Er hatte sich schon seit Jahren dafür eingesetzt, das Denkmal wieder aufzumöbeln.

Pohl erinnerte nun an die Entstehungsgeschichte des Schleswig-Holstein-Liedes. Die Melodie stammte von Carl Gottlieb Bellmann (1772-1861), der Kantor im St.-Johannis-Kloster und Leiter des ersten Schleswiger Männergesangvereins war. Den Text dazu mit dem berühmten ersten Vers „Schleswig-Holstein meerumschlungen“ verfasste der Schleswiger Rechtsanwalt Matthäus Friedrich Chemnitz (1815-1870) in einer einzigen Nacht, denn den ursprüngliche Entwurf des Berliner Dichters Karl Friedrich Straß (1803-1864) fanden er und seine deutsch gesinnten Mitstreiter zu brav.

Das Lied war ein deutliches Bekenntnis zu einem deutschen, von Dänemark unabhängigen Schleswig-Holstein. Als es auf dem Sängerfest 1844 vor rund 30 000 Teilnehmern zum ersten Mal gesungen wurde, musste es mehrmals wiederholt werden, weil die Begeisterungsstürme auf der Schützenkoppel so überwältigend waren. Schnell wurden Handzettel geschrieben, damit jedermann mitsingen konnte. „Bellmann ist vor Rührung der Taktstock aus der Hand gefallen“, wusste Reimer Pohl zu berichten.

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erstellt am 07.Okt.2014 | 12:24 Uhr

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