Schleswig : CDU zweifelt Kostenschätzung für die Theater-Sanierung an

CDU-Fraktionschef  Holger Ley.
CDU-Fraktionschef Holger Ley.

15,5 Millionen Euro soll die Sanierung des alten Stadttheaters kosten. Die Schleswiger CDU mag das nicht glauben.

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15. März 2014, 07:45 Uhr

15,5 Millionen Euro, plus Kostensteigerungen – von dieser gigantischen Summe, die vom Kölner Sachverständigen Wilhelm Hartmann für die Theatersanierung am Lollfuß ins Spiel gebracht wird, will sich die Schleswiger CDU nicht beirren lassen. Vielmehr stellt sie die von Hartmann errechneten Kosten und vor allem dessen Ansatz zur Sanierung in Frage. „Das ist nicht nachvollziehbar, und zu unserer Überraschung ist er auch überhaupt kein Statiker“, erklärt CDU-Fraktionschef Holger Ley. „Ungewöhnlich finde ich, dass ein Sachverständiger seinem Auftraggeber, also der Stadt, die teuerste Lösung vorrechnet und empfiehlt.“

Denn obwohl es doch die Probleme im Dachstuhl über dem Zuschauerraum gewesen seien, die dazu geführt hätten, das Stadttheater wegen Einsturzgefahr zu sperren, habe Hartmann diesen Aspekt als nebensächlich abgetan und sich stattdessen auf den schiefen Bühnenturm konzentriert. „Da will er dann versuchen, mit höchst aufwändiger Hydraulik den Turm aufzurichten, zu begradigen und zu versteifen, was völlig unwirtschaftlich wäre.“ Ley: „Wir wollen doch als ersten Schritt erreichen, dass das Dachproblem beseitigt wird, damit die Sperrung aufgehoben und die Stätte wieder bespielbar werden kann.“ Der Bühnenturm aber, der solle keinesfalls aufwändig saniert werden. „Der kann auch einfach abgerissen und in kleinerem Umfang wieder aufgebaut werden. Das kann doch nicht die Welt kosten“, meint CDU-Ortsverbandsvorsitzender Helge Lehmkuhl.

Kritisch äußert sich die CDU zum Verhalten von Generalintendant Peter Grisebach. Ley: „Ein amoklaufender Geschäftsführer, der sich in den letzten Tagen mit dümmlich arroganten Äußerungen hervortut, die er mit keinem seiner Gesellschafter abgestimmt hat. Er beschädigt das gesamte Konstrukt des Landestheaters.“ Deshalb habe sich Ley dafür eingesetzt, dass Schleswig gemeinsam mit Flensburg die Einberufung einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung verlange – „auch, um den Geschäftsführer Grisebach einzufangen und zu stoppen“. Die Mitgesellschafter Schleswig und Flensburg wollten erreichen, dass eine Arbeitsgruppe aus der Gesellschafterversammlung heraus gebildet werde, die an der Lösung für das Landestheater arbeiten werde.

Der Hesterberg bleibe als Standort tabu für die – so Ley – „Koalition der Vernunft“ aus CDU, den Grünen, FDP und Wählergemeinschaften. Und: „Ebenso konsequent wollen wir weiterhin ein Theater in Schleswig – für fünf Millionen Euro aus eigenen Mitteln.“

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