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Schleswiger Nachrichten

18. Dezember 2017 | 12:17 Uhr

Parkhaus Schwarzer Weg : CDU drückt aufs Tempo

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Bürgermeister will eine Entscheidung über den Parkhaus-Neubau frühestens im Herbst. Eine Finanzierung über Parkgebühren wird immer wahrscheinlicher.

von
erstellt am 04.Jan.2016 | 19:00 Uhr

In der Weihnachtszeit war es besonders deutlich zu spüren: Die Parkplätze in der Innenstadt sind knapp geworden, seit das Zwischendeck im Parkhaus am Schwarzen Weg wegen Baufälligkeit gesperrt ist. Weil es sich nach Ansicht von Fachleuten nicht lohnt, die gut 30 Jahre alte Betonkonstruktion zu sanieren, steht der Neubau des Parkhauses inzwischen ganz oben auf der Agenda im Rathaus.

„Nachdem das Thema Theater abgearbeitet werden konnte, geht es jetzt darum, die Schwerpunkte zu bündeln und auf die Innenstadtsanierung zu legen“, sagt Bürgermeister Arthur Christiansen und denkt dabei ausdrücklich neben der Hertie-Ruine vor allem an das Parkhaus. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Holger Ley würde das Parkhaus-Problem jedoch lieber unabhängig vom Innenstadt-Sanierungsprogramm lösen. Er fürchtet, andernfalls zu viel Zeit zu verlieren. Denn für die Innenstadt-Sanierung erwartet die Stadt mehr als sechs Millionen Euro Städtebau-Fördermittel. Dazu jedoch muss sie eine Reihe von Formalitäten erfüllen. Unter anderem erwartet das Kieler Innenministerium einen Rahmenplan, der innerhalb der Kommunalpolitik und auch mit den Bürgern auf öffentlichen Veranstaltungen abgestimmt wird. „Es gibt private Investoren, die bereit sind, ein neues Parkhaus zu bauen“, sagt Ley. „Wir wissen aber nicht, ob diese Investoren so viel Geduld haben, auf den Rahmenplan zu warten.“ Ohnehin seien diese – namentlich nicht genannten – Unternehmer auf die Zuschüsse aus der Innenstadt-Sanierung gar nicht angewiesen.

Bei den anderen Fraktionen stößt die CDU jedoch nicht nur auf Gegenliebe. SPD-Fraktionschef Stephan Dose möchte zwar ebenfalls, dass das neue Parkhaus „so schnell wie möglich“ kommt, verweist aber auf Signale aus dem Innenministerium, denen zufolge das Parkhaus als zentraler Baustein nicht so einfach aus dem Sanierungsgebiet herauszulösen sei. Johannes Thaysen von den Grünen sagt: „Qualität geht vor Schnelligkeit. Es kann nicht angehen, dass bei einem so wichtigen städtebaulichen Vorhaben nur Investorinteressen durchgewinkt werden, ohne zumindest ein Mindestmaß an Information für die Bürger zu gewährleisten“, meint er. Thaysen verweist darauf, dass der Rahmenplan bereits in diesem Herbst vorliegen soll. „Es ist Aufgabe des Bürgermeisters, die Investoren solange bei Laune zu halten.“

Schätzungen zufolge würde ein neues Parkhaus mindestens fünf Millionen Euro kosten. Mit dem gebührenfreien Dauerparken wäre es dann wohl vorbei. Davon geht auch Ley inzwischen aus. Nach seiner Vorstellung soll der neue Parkhaus-Betreiber die Parkplätze wenigstens für eine oder zwei Stunden kostenlos anbieten. Eine solche Lösung erwartet auch die Stadtverwaltung von einem möglichen Investor.

Im Rahmen der Innenstadt-Sanierung soll auch die Verbindung zwischen Stadtweg und der Königstraße für Besucher ansprechender gestaltet werden. Auch dabei könnte das Parkhaus-Gelände eine Schlüsselrolle spielen. Der Rahmenplan, der derzeit von mehreren Stadtplanungs- und Ingenieurbüros vorbereitet wird, soll dabei auch das Grundstück neben dem Parkhaus mit einbeziehen, auf dem bisher die Feuerwache steht, die im Laufe der nächsten Jahre an den Kattenhunder Weg verlegt wird.

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