Wohnmobilstellplatz schleswig : Camper im Garten der Schmid-Villa

Die   Sanitäranlagen  und die Entsorgungsstation (vorne) sind Teile der Neugestaltung des Platzes, die insgesamt rund  480  000 Euro (davon 120  000 Euro Fördermittel) gekostet hat.
Die Sanitäranlagen und die Entsorgungsstation (vorne) sind Teile der Neugestaltung des Platzes, die insgesamt rund 480 000 Euro (davon 120 000 Euro Fördermittel) gekostet hat.

Die Stadtwerke erweitern die Fläche für Wohnmobile am Stadthafen auf 70 Plätze. Derweil laufen die Verhandlungen mit Kaufinteressenten für das benachbarte Landhaus.

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11. Juli 2014, 15:14 Uhr

Nicht nur immer mehr Gäste aus ganz Deutschland und Skandinavien steuern den Wohnmobilstellplatz am Stadthafen an. Inzwischen kommen die Besucher aus ganz Europa an die Schlei. Bestes Beispiel: In dieser Woche konnte man auf dem Areal westlich des Schleswiger Stadthafens nicht nur Wagen mit Kennzeichen aus der Schweiz, den Niederlanden, Polen und Frankreich entdecken, sondern sogar ein – besonders großes – Exemplar aus Andorra. „Wir haben uns inzwischen national und international einen sehr guten Ruf erarbeitet“, sagt Hafenmeister Harald Eschen, der den Stellplatz betreut. Das schlage sich auch spürbar in den Besucherzahlen nieder: In diesem Jahr werden über 10 000 erwartet.

Darauf wiederum haben die Stadtwerke, als Betreiber der Anlage, nun reagiert. Nachdem der Stellplatz Anfang des Jahres grundlegend saniert und modernisiert wurde (wir berichteten), ist er kurzerhand noch einmal erweitert worden. Dafür wurde ein Teil des Gartens der ehemaligen Schmid-Villa, wie der Volksmund das große Landhaus mit Schleigrundstück nennt, abgetrennt und bietet nun Platz für 25 weitere Wohnmobile. Damit stehen am Stadthafen jetzt insgesamt 70 Stellplätze zur Verfügung.

Ende 2012 hatten die Stadtwerke die unbebaute Fläche zwischen Hafen und Königswiesen von der Unternehmerin Sybille Schmid-Sindram gekauft, um das Angebot für Wohnmobilisten zu erweitern. Teil des Deals war damals auch der Erwerb der benachbarten Villa samt Grundstück, für die man im Anschluss einen Käufer suchen wollte. „Wir sind inzwischen mit unterschiedlichen Interessenten in Gesprächen. Ich denke, Ende des Jahres wird es konkret. Dann geht das Thema in die politischen Beratungen“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs.

Bis dort allerdings konkret etwas passiert, wollen die Stadtwerke nun die Gelegenheit nutzen und aus dem brach liegenden Garten der Villa im Zuge der starken Nachfrage nach Wohnmobil-Stellplätzen am Stadthafen Kapital schlagen. Zunächst für die nächsten zwei Jahre wurde also, nachdem der Bauausschuss Grünes Licht gegeben hatte, ein Teil des Areals entsprechend hergerichtet, „aber so, dass wir ohne großen Aufwand schnell wieder abbauen können“, wie Schoofs erklärt.

Die Wohnmobilisten zumindest freut das erweiterte Angebot. Auch deshalb, weil der Platz zuvor an vielen Tagen komplett ausgebucht war. Da nun auch das neue, moderne Sanitärgebäude mit acht sogenannten Familien-Badezimmern eröffnet wurde, erwartet Schoofs, dass die Gästezahlen weiter steigen werden. „Wir haben hier jetzt einen qualitativ so hochwertigen Stellplatz, den findet man woanders nur schwer“, meint er.

Das wiederum bestätigt Wilhelm Schmid aus dem bayerischen Eichstädt. Er ist zum ersten Mal mit seiner Frau und den zwei Hunden am Stadthafen zu Gast und „völlig begeistert“. Über eine Empfehlung in einem Stellplatzführer sei er auf Schleswig aufmerksam geworden und „gewiss nicht das letzte Mal hier“. Gleiches gilt für Marie-Luise Bensch aus Bremen, die mit ihrem Partner Reiner Althoff ebenfalls gerade Schleswig-Premiere feiert: „Fantastisch. Schon als wir hier reingefahren sind, haben wir gesagt, dass wir mindestens zwei Tage bleiben.“ Ein guter Entschluss, wie Stammgast Ralf Wauer aus Niebüll findet. Denn durch die Lage direkt an der Schlei und doch mitten in der Stadt „ist das hier spätestens nach dem Umbau einer meiner Lieblingsplätze“.

Damit der Boom auch in den kommenden Jahren nicht abreißt, wollen Schoofs und Hafenmeister Eschen weiterhin in Sachen Wohnmobiltrends über den Tellerrand blicken. „Wir fahren regelmäßig zu den großen Caravan-Messen, sind ständig im Gespräch mit Kunden und sehen uns auch selbst oft andere Plätze an“, erklärt Eschen. „Deswegen wissen wir ganz genau, was gut ankommt.“

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