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Schleswiger Nachrichten

18. August 2017 | 03:31 Uhr

CDU Schleswig : Callsen zurück an der Basis

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zurückgetretener Landtagsfraktionschef war zu Gast beim Ortsverband. Dabei stand auch das Reizthema AfD im Mittelpunkt.

Es war sein erster Auftritt vor den Schleswiger CDU-Mitgliedern, seit Johannes Callsen vor gut drei Wochen vom Amt des Fraktionsvorsitzenden im Landtag zurückgetreten war. Am Donnerstagabend saß er wieder als ganz normaler Wahlkreis-Abgeordneter für Schleswig am Präsidiumstisch, als der Ortsvorsitzende Helge Lehmkuhl die Jahreshauptversammlung eröffnete.

Zu den Vorgängen rund um den Wechsel an der Partei- und Fraktionsspitze in Kiel sagte Callsen eher wenig. „Ich habe vor der Gesamtsituation sehr selbstständig für mich die Entscheidung getroffen, nicht wieder als Fraktionsvorsitzender anzutreten, und ich halte diesen Entschluss immer noch für richtig“, erklärte er. Jetzt ist der Mann aus Mohrkirch wieder wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Das ist ein Amt, das er bereits ausgeübt hatte, bevor er 2012 an die Fraktionsspitze rückte. „Ich kann mich jetzt wieder viel stärker für die Belange des nördlichen Landesteils einsetzen“, sagte er. Sein Nachfolger Daniel Günther sei nun bis zum Ende der Wahlperiode „der entscheidende Mann“ in Kiel, fuhr er fort. Das erste Zugriffsrecht als Spitzenkandidat bei den Wahlen 2017 habe aber der künftige Landesvorsitzende, der Sylter Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing.

Eben dieser tauchte im Versammlungssaal im Hotel Hohenzollern zu später Stunde als Überraschungsgast auf, um sich vor seiner bevorstehenden Wahl auf dem Landesparteitag den Schleswiger Parteifreunden vorzustellen – und um tröstende Worte für Johannes Callsen vorzutragen: „Ich habe vieles von dem, was er als Kritik aushalten musste, als ungerecht empfunden. Ich bewundere sein Engagement und seinen Fleiß.“

Die Umwälzungen an der Spitze der Landespartei waren indes kein Thema, das die Schleswiger Basis besonders interessierte. Vielmehr mussten Liebing und seine Lürschauer Bundestagskollegin Sabine Sütterlin-Waack Fragen zur Bundespolitik beantworten. Von der Pkw-Maut, gab Liebing zu erkennen, halte er nichts, aber man müsse nun einmal Rücksicht auf den Koalitionspartner CSU nehmen. Besonderes Reizthema war der Umgang mit der neuen politischen Konkurrenz von der AfD. Für Johannes Callsen „eine rechtspopulistische Partei, mit der ich mir eine Zusammenarbeit nicht vorstellen kann“. Manche Schleswiger Parteimitglieder wünschten sich da etwas mehr Offenheit. So verwies der Unternehmer Hanno Lüttmer auf den AfD-Europaabgeordneten Hans-Olaf Henkel, den früheren Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Liebing dazu: „Ich glaube nicht, dass Henkel noch lange bei der AfD bleiben wird.“

Kommunalpolitische Themen wie die Pläne für das Schmid-Villa-Grundstück spielten auf der Mitgliederversammlung ebenfalls eine Rolle, nahmen aber nicht denselben Raum ein wie noch vor einem Jahr, als heiß über einen möglichen Theater-Neubau auf dem Hesterberg diskutiert wurde.

Für langjährige Mitgliedschaft wurden Jürgen Felske (40 Jahre) sowie Hanno Lüttmer und Nobert Ehnert (jeweils 25 Jahre) geehrt.

 

 

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erstellt am 01.Nov.2014 | 07:45 Uhr

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