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Fahrschüler müssen sich anpassen : Busverkehr wird neu organisiert

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Hauptlinien, Zubringer und Sammeltaxis sollen die Mobilität im Kreisgebiet verbessern.

von
erstellt am 24.Sep.2015 | 06:54 Uhr

„Das Konzept des Öffentlichen Personennahverkehrs wird sich völlig verändern, es wird ein deutlicher Wandel eintreten, ein Kulturbruch. Die heutigen Fahrpläne werden wir nicht wiedererkennen.“ Ulrich Thon, der Leiter des Service-Betriebs des Kreises Schleswig-Flensburg bereitete die Mitglieder des Werkausschusses mit deutlichen Worten auf die geplanten Veränderungen vor. Ausgangspunkt war die Mitteilung, dass sechs Unternehmen sich darum bewerben, ein gemeinsames Verkehrskonzept für die Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland sowie die Stadt Flensburg zu erstellen. „Bisher richtet sich der Busverkehr zu mindestens 90 Prozent nach den Bedürfnissen der Schüler. Das bedeutet, dass es außerhalb der Schulzeiten große Lücken in den Verbindungen gibt.“

Basis der Veränderungen ist die Studie „Integriertes Mobilitätskonzept“ die vom Bundesverkehrsministerium für den Kreis Nordfriesland in Auftrag gegeben wurde. Darin wird festgestellt, dass der teilweise schwach besiedelte ländliche Raum unzureichende Verkehrsanbindungen aufweist und die Fahrten zum Einkaufen und für die Freizeitgestaltung erheblich zunehmen werden. Zudem nimmt der Anteil älterer zu – und die Mobilität per Pkw entsprechend ab, heißt es in der Studie. Diesen Problemen soll mit einem neuen Konzept Rechnung getragen werden.

Ulrich Thon erläuterte die geplanten Veränderungen anhand eines Drei-Stufen-Modells. Zunächst soll es für den Busverkehr Hauptlinien zwischen den zentralen Orten geben. Auf diese Weise wird beispielsweise ein Bus-Netz zwischen Flensburg, Schleswig, Kappeln, Kropp und Husum gespannt auf denen die Busse in möglichst kurzen Abständen fahren. Die zweite Ebene bezeichnete Thon als Zubringer: Ähnlich wie im Schienenverkehr befördern Busse Passagiere aus den kleineren Orten zum Umsteigen zu Haltestellen an einer Hauptlinie.

Damit aber werden längst nicht alle Menschen im ländlichen Raum bedient. Für nicht angeschlossene, kleine Dörfer sind nach dem bisherigen Stand der Überlegungen kommunale Lösungen vorgesehen – beispielsweise Sammeltaxis oder Bürgerbusse. Deren Koordination soll in den Händen der Kommunen liegen.

Wesentliche Änderungen würde dieses Gedankenspiel auch für die Fahrschüler mit sich bringen: „Bisher waren die Fahrpläne sehr auf die Bedürfnisse der Schüler abgestimmt. Künftig aber wird nicht mehr jede Milchkanne angefahren – und das kann dazu führen, dass Kinder auf dem Weg zur Schule eventuell auch mal umsteigen müssen“, erklärte Ulrich Thon. Die genaue Ausgestaltung und die Umsetzung des Konzepts wird voraussichtlich noch viele Beratungen und Diskussionen mit sich bringen – wobei auch hartnäckiger Widerstand nicht ausgeschlossen ist. Thon berichtete dem Ausschuss, dass es am 5. November (16 Uhr) im Husumer Kreishaus zu einer gemeinsamen Sitzung der zuständigen Ausschüsse aus den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie der Stadt Flensburg kommen wird. Dann wird das in der Ausschreibung siegreiche Unternehmen seine Vorstellung von der Umsetzung des Konzepts auch der Öffentlichkeit vorstellen.

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