Kreis schleswig-Flensburg : Busverkehr: Jetzt kommt die nächste Ausschreibung

Ausschreibung abgeschlossen: Die Schülerbeförderung ist eine der Hauptaufgaben im regionalen Nahverkehrsplan.
Ausschreibung abgeschlossen: Die Schülerbeförderung ist eine der Hauptaufgaben im regionalen Nahverkehrsplan.

Nur noch wenige Klagen über die Busse im Teilnetz West.

23-28223293_23-56994511_1417184908.JPG von
03. Juni 2019, 17:56 Uhr

Schleswig | Die Empörung schlug hoch, nachdem Anfang des Jahres das Husumer Busunternehmen Rohde, eine Tochter des französischen Konzerns Transdev, den Busverkehr im Teilnetz West übernommen hatte, das den Nordwesten des Kreisgebietes umfasst. Nach vehementen Protesten aus der Bevölkerung beauftragte der Kreistag die Verwaltung Ende März, die Leistungen des Unternehmens zu kontrollieren. „Die Betriebsaufnahme im Teilnetz West war aus unterschiedlichen Gründen von unterschiedlichen Problemen begleitet, was durch Missverständnisse bis hinzu nicht vertretbaren Zuständen gekennzeichnet war“, heißt es in einem ersten Bericht der Kreisverwaltung, der dem zuständigen Werk- und Infrastrukturausschuss vorgelegt wurde.

Das Zeugnis, das dem Busunternehmen ausgestellt wird, zeigt deutlich, dass viele Fehler und Missstände im Laufe der Zeit abgestellt wurden. „Aufgrund von Nachbesserungen in allen Bereichen ist insgesamt ein befriedigender Stand erreicht worden“, lautet das Fazit in dem Verwaltungsbericht. Was allerdings nicht bedeutet, dass alles schon in Ordnung ist. So wies Rainer Wittek (SSW) darauf hin, dass der Kartenverkauf in 70 Prozent der Fahrzeuge möglich sei. „Das bedeutet im Umkehrschluss, dass dies in 30 Prozent der Busse immer noch nicht funktioniert“, sagte Wittek, „und das ist eine sehr hohe Quote“. Der Ausschuss-Vorsitzende Thomas Jepsen (CDU) wies darauf hin, dass die Kontrollen fortgesetzt werden.

Während sich die Wogen im Teilnetz West zumindest weitgehend geglättet haben, steht nun die Vergabe des Busverkehrs im Teilnetz Süd im Gebiet zwischen Eggebek und Schleswig, Erfde und Thumby an.

Die Lizenzen im Teilnetz West wurden in einem Genehmigungsverfahren vergeben. Das bedeutet: Der Kreis als zuständige Verwaltung hat einen Preis (2.050.000 Euro) vorgegeben, den Zuschlag bekam das Unternehmen, das die beste Leistung versprach. Für die Teilnetze Süd (ab 2020) und Ost (2021) gibt es eine Ausschreibung: Die Leistungen (Fahrpläne und andere Bedingungen) werden vorgegeben, den Zuschlag erhält das günstigste Angebot.

„Die erste Variante hat den Vorteil, dass wir mit einem festen Budget planen können“, erläuterte Thomas Jepsen, „bei einer Ausschreibung dagegen können wir weiterreichende Bedingungen stellen.“ Dabei hatte die Politik vor allem die Arbeitsplätze der rund 30 Kreisangestellten im Sinn, die als Busfahrer, in der Schleswiger Werkstatt und in der Leitstelle der Verkehrsbetriebe arbeiten. Jepsen: „Bedingung der Ausschreibung, und das wollten wir sicherstellen, ist unter anderem, dass alle unsere Leute übernommen werden.“

Im nicht öffentlichen Teil der Sitzung wurden die Ausschuss-Mitglieder über den Stand der gerade beendeten Ausschreibung für das Teilnetz Süd informiert, an der sich vier Bewerber beteiligt hatten. Das Ergebnis wird allerdings erst im Laufe dieser Woche veröffentlicht. „Die Auswertung wurde erst am Abend vor der Sitzung abgeschlossen. Wir müssen uns jetzt noch mit den beteiligten Unternehmen in Verbindung setzen, dann wird verkündet, wer in den nächsten zehn Jahren den Busverkehr im südlichen Kreisgebiet übernimmt.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen