zur Navigation springen

Friedrichsberg : Busdorf kämpft für den Supermarkt am Kreisel

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

„Wir sind schwer enttäuscht“: Gemeinde Busdorf, Amt Haddeby und Investoren kritisieren Schleswiger CDU, weil die gegen den Supermarkt am Kreisverkehr ist.

Längst geht es nicht mehr um Lidl, sondern um Edeka. Aber auch unabhängig von möglichen Betreibern sorgt die geplante Ansiedelung eines Supermarktes auf dem Gelände des Baustoffhändlers Carl Söhrn am Kreisel in Busdorf weiter für Gesprächsstoff – und inzwischen auch wieder für Spannung zwischen Schleswig und seiner Nachbargemeinde. Nachdem das Thema in den vergangenen Monaten mehrfach in öffentlichen Sitzungen in Schleswig diskutiert wurde und sich dabei immer deutlicher herauskristallisierte, dass sich der CDU-Stadtverband (zumindest in Teilen) gegen die Pläne wehrt, nimmt nun die Gegenseite aus Busdorf Stellung. Und zwar geschlossen. Sowohl Bürgermeister Peter Seemann und sein Vorgänger Ralf Feddersen, inzwischen Leitender Verwaltungsbeamter in Haddeby (beide auch CDU-Vertreter), als auch Grundstückseigentümer und Investor Lutz Schoppmeier-Söhrn sowie Hans-Wilhelm Fick, der mit seinem Edeka-Markt gerne aus dem Ortszentrum an das verkehrsgünstiger gelegene Areal am Kreisel umziehen möchte (wir berichteten), sind „schwer enttäuscht“, wie Feddersen betont. „Wie in dieser Sache mit uns umgegangen wird, das geht einfach nicht.“ Gemeinsam monieren sie, dass man seit November 2014 in vielen Gesprächsrunden mit Vertretern aus Schleswig an einem Tisch gesessen habe, um zu einer Lösung für die Entwicklung des Geländes zu kommen, mit der alle Seiten zufrieden sind. „Holger Ley von der Schleswiger CDU war jedes Mal dabei. Es war alles abgesprochen, wir haben zusammen alle Einwände und Fragen abgearbeitet. Und jetzt diese 180-Grad-Wende?“, fragt Schoppmeier-Söhrn.

Seit September 2013 liegt für sein Grundstück, das zur Gemeinde Busdorf gehört, aber direkt an Schleswig grenzt, offiziell Baurecht vor. Ein Jahr später hätten die Gespräche mit der Stadt begonnen. Ziel sei dabei von Anfang an eine gemeinsame Entwicklung des „Interkommunalen Fachmarktzentrum“, so der Arbeitstitel, gewesen. „Es ging und geht darum, den Süden Schleswigs attraktiver zu machen. Wir haben der Stadt die Hand gereicht, lange gewartet und dabei immer mit offenen Karten gespielt. Wenn man jetzt nicht mehr mit uns zusammenarbeiten möchte, dann machen wir alleine weiter“, sagt Schoppmeier.

Nachdem Lidl lange Zeit Interesse an dem Standort hatte, wurde im Frühjahr ein neuer Plan erarbeitet. Um das Einkaufszentrum am Friedrichsberg nicht zu schwächen, was das Hauptargument der Schleswiger CDU ist, soll nun Hans-Wilhelm Fick, der schon seit Jahren über eine Erweiterung seines Ladens nachdenkt, in einen neuen rund 1250 Quadratmeter großen Edeka-Markt am Kreisel ziehen. Da gleichzeitig Edeka Jensen in der Friedrichstraße Ende 2017 schließen will, „gibt es keine zusätzlichen Verkaufsflächen, sondern insgesamt sogar weniger“, betont Feddersen. „Dieser neue Vorschlag müsste also eigentlich jedem gefallen.“

Gleichzeitig erinnern die Busdorfer daran, dass man etwa dem Textilunternehmen Holtex, das Interesse an dem Standort gehabt habe, mit Blick auf die Innenstadt von sich aus abgesagt habe. Obwohl Schleswiger Ratsmitglieder für eine Ansiedlung gewesen seien. „Was wir hier jetzt planen, ist eine große Chance für beide Seiten. Man darf nicht nur das Zentrum, sondern muss auch an die Randgebiete entwickeln, um Leute aus dem Umland anzulocken“, sagt Schoppmeier-Söhrn. Er wünscht sich, dass man mit der Schleswiger CDU „wieder auf eine sachliche Ebene kommt“ und mahnt gleichzeitig: „Man muss auch nach außen hin glaubhaft auftreten. Ist das nicht der Fall, macht das auf potenzielle Investoren keinen guten Eindruck.“

zur Startseite

von
erstellt am 28.Jun.2016 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen