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Schleswig - Fahrdorf : Bundesstraße 76 ab heute gesperrt

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Arbeiten beginnen am Montag und dauern sechs Wochen. Zeitweise wird der Verkehr über Selk umgeleitet. Wikinger-Museum und Restaurant Odins befürchten wegen erschwerter Zufahrt Umsatzeinbußen.

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erstellt am 13.Aug.2014 | 07:45 Uhr

Am Montag beginnen auf der Bundesstraße 76 zwischen Busdorf und Fahrdorf die Sanierungsarbeiten. „Dann wird auf einer Strecke von rund zwei Kilometern neuer Asphalt gelegt“, kündigte Gerhard Nörenberg vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr an. Die Arbeiten beginnen an der Brücke und werden sich voraussichtlich bis Ende September hinziehen. In den Kosten von rund 1,4 Millionen Euro sind nicht nur die Erneuerungen von Straße und Fahrradwegen enthalten – ein besonderes Augenmerk gilt dem Durchlass zwischen Schlei und Noor. Hier muss das Gewölbe der Brücke erneuert werden. „Dies erfordert eine Vollsperrung der Straße“, erklärte Nörenberg. Das hat eine Umleitung zur Folge, die voraussichtlich für sechs Wochen gelten soll. Aus Richtung Schleswig/Autobahn beginnt diese am Busdorfer Kreisel und führt über die K1, Selk und Loopstedt bei Fahrdorf auf die Bundesstraße 76 zurück.

Da der Landesbetrieb den Schwerlastverkehr von den teilweise sehr schmalen Umleitungsstraßen fernhalten will, ist für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen eine weiträumigere Strecke ausgeschildert, die über die A7 bis zur Abfahrt Owschlag führt. Die Schwierigkeit dabei: Die Belieferung von örtlichen Unternehmen und Gastronomiebetrieben muss gewährleistet bleiben. Darum kann die Lkw-Umleitung nicht mehr als eine Empfehlung sein. Ob die angenommen wird, darf bezweifelt werden. Wenn ein Lkw-Fahrer auf dem Weg von Schleswig nach Fahrdorf 50 Umleitungskilometer einsparen kann, wird er das im Zweifel auch tun. Empfehlung hin oder her.

„Wir haben uns sehr rechtzeitig mit dem Amt abgestimmt, um die Einschränkungen möglichst gering zu halten“, sagte Nörenberg. Herausgekommen ist dabei die Zusage, dass die Zufahrt zur Haddebyer Kirche, zum Wikingermuseum sowie zum Gasthaus Odins während der Bauarbeiten zumindest aus Richtung Busdorf/Schleswig jederzeit möglich sein soll. In den ersten Tagen zumindest ist das kein Problem, weil zuerst ohnehin nur an der Brücke gearbeitet wird.

Für Ute Drews kommt die Sperrung dennoch mehr als ungelegen. „Die Ferien sind unsere wichtigste Zeit“, sagt die Leiterin des Wikinger Museums Haithabu, das an der gesperrten Strecke liegt, „zurzeit haben wir täglich bis zu 2000 Besucher. Und die kommen aus allen Himmelsrichtungen.“ Details über die Zufahrt zum Museums-Parkplatz kannte Ute Drews bis gestern nicht, aber sie macht sich Sorgen. „Ich wünsche mir sehr, dass es bei Fahrdorf eine vernünftige Ausschilderung zu unserem Museum gibt. Und dass für die Besucher aus Richtung Schleswig eine Einfädelungsspur eingerichtet wird, die auch funktioniert.“

Aber die Besucher müssen das Museum nicht nur erreichen, sondern auch wieder verlassen. Und das kann nur über die Fahrbahn geschehen, über die sie gekommen sind. Eine Ampelregelung ist nicht die erste Wahl des Landesbetriebs. „So etwas kann den Verkehr auch behindern“, sagt Gerhard Nörenberg. Die Behörde setzt stattdessen auf gegenseitige Rücksichtnahme unter den Autofahrern – darauf, dass sie sich auf der schmalen Fahrbahn schon einig werden. Sollte das nicht klappen, können immer noch Ampeln das Kommando übernehmen. Ute Drews sieht im Geiste schon Staus auf der Zufahrt zum Museum und fürchtet, Besucher zu verlieren: „Wer einmal umgekehrt ist, der kommt nie wieder. Und das wäre für uns ganz bitter.“

Umsatzeinbußen erwartet auch Oliver Firla, Inhaber des Restaurants Odins. „Ich sehe ja ein, dass für die Arbeiten stabiles Wetter notwendig ist. Aber in den Ferien läuft unser Hauptgeschäft.“ Natürlich hat sich Firla Gedanken darüber gemacht, wie er die Einbußen abmildern könnte. Auch die Idee einer Bootsverbindung zwischen Schleswig und seinem Lokal ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Viel Zeit zum Überlegen haben weder er noch Ute Drews – am Montag werden die ersten Absperrgitter aufgestellt.

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