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Schleswiger Nachrichten

22. November 2017 | 14:13 Uhr

Schleswig : Bugenhagenschule erbt 360.000 Euro

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eine Schleswigerin hat die Grundschule im Friedrichsberg in ihrem Testament mit 360 000 Euro bedacht.

von
erstellt am 25.Mai.2016 | 07:06 Uhr

Dass sie auf den Mund gefallen ist, kann man Maike Rickertsen sicherlich nicht nachsagen. Aber als Bürgermeister Arthur Christiansen die Leiterin der Bugenhagenschule kürzlich ins Rathaus einlud, musste sie – als sie den Grund dafür erfuhr – doch erst einmal ihren Kaffee zur Seite stellen und war einen Moment lang sprachlos. Denn ihre Grundschule erbt, so erfuhr sie in dem Gespräch, einen ordentlichen Batzen Geld. Satte 360  000 Euro hat ihr die kürzlich verstorbene Schleswigerin Brunhild Hasse hinterlassen. „Ich konnte das erst gar nicht glauben. Dann war ich mega glücklich und begeistert, habe aber auch gleich an die große Verantwortung gedacht, die damit verbunden ist“, erzählte Rickertsen gestern während eines von der Stadt anberaumten Pressegespräches.

Mit dabei war auch Manfred Runde. Der Schubyer stand Brunhild Hasse bereits seit 20 Jahren als gesetzlicher Betreuer zur Seite. „Das war eine lange und intensive Zeit. Aber wir sind bereits vor 15 Jahren gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass das Vermögen am besten an der Bugenhagenschule aufgehoben ist“, erzählte Runde. Denn erstens sei Brunhild Hasses Vater dort viele Jahre Deutschlehrer gewesen. Andererseits habe es schlicht und einfach keine weitere Erben gegeben.

„Man fragt sich, wie diese Familie so viel Geld ansammeln konnte. Die Antwort ist ganz einfach: Sie haben all die Jahre sehr bescheiden gelebt. Das gilt insbesondere für Brunhild“, so Runde weiter. Die einzige Tochter des aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten stammenden Ehepaars Otto und Dora Hasse (sie verstarben 1970 und 1998) war bis zu ihrem Tode Junggesellin. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie im Seniorenheim am Öhr. Zuvor lebte sie ausschließlich in einer kleinen Zweieinhalb-Zimmer-Mietswohnung in der Danziger Straße, in der die Familie jahrzehntelang zuhause war. „Sie wollte keinen Fernseher und kein Radio. Für Werbung war sie absolut nicht empfänglich. Selbst wenn es nur darum ging, sie zu dazu überreden, neue Schuhe zu kaufen, war das schwierig. Von einer Eigentumswohnung ganz zu schweigen. Obwohl sie sich das alles hätte leisten können.“ Mit dem Plan, das Geld der Schule im Friedrichsberg, in der ihr Vater gearbeitet hatte, zu vermachen, sei sie schließlich zufrieden gewesen. Zumal sie mit der kleinen Rente, die sie aus ihrer Tätigkeit als Angestellte im öffentlichen Dienst bekam, selbst gut über die Runden kam.

Mit Blick auf dieses bescheidene Leben will auch Maike Rickertsen besonnen mit dem Erbe umgehen. „Wir sind es als Schule ohnehin gewohnt, gut und klug mit unseren Mitteln hauszuhalten. Das werden wir auch jetzt machen.“ So habe man auch keine spektakulären Großinvestitionen geplant. Vielmehr möchte man das Geld dazu nutzen, den Schülern Freude zu machen. Dazu gehören etwa Fahrten in die Tolk-Schau oder Auftritte von Musik- oder Theatergruppen in der Schule. „Gerne würden wir auch einige Klassenzimmer neu anstreichen und neue Möbel kaufen oder Lehrmittel, damit wir die Schüler noch besser betreuen können“, sagte Rickertsen. In der Bugenhagenschule sind zurzeit 220 Kinder in neun Klassen untergebracht. 60 Mädchen und Jungen besuchen dabei zusätzlich die sogenannten DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache).

Investitionen, die die Schule künftig mit Hilfe des geerbten Geldes plant, geschehen jeweils in Absprache mit der Stadt. Einen direkten Zugriff auf das Konto hat Maike Rickertsen nicht. Vielmehr hat Kämmerer Udo Wessolowski die Hoheit darüber. Dass der städtische Haushalt durch die Erbschaft entlastet werden könnte, in dem nun das Budget für die Bugenhagenschule gekürzt wird, diese Sorge konnte die Kulturausschuss-Vorsitzende Marion Callsen-Mumm (SPD) der Schulleiterin nehmen: „Das wird definitiv nicht passieren. Das Geld von Frau Hasse bekommt die Schule on top. Und ich bin mir ganz sicher, dass es hier sehr sinnvoll eingesetzt wird.“

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