Schleswig : Bürgerstiftung wirbt um Spenden

Rechtsanwalt Björn-Sven Bergemann (58) hat vor drei Jahren eine Kanzlei in Schleswig eröffnet. Zuvor arbeitete der gebürtige Hamburger als Anwalt und in der Unternehmensberatung in Hamburg und Frankfurt, unter anderem bei der Mc-Donalds-Kinderhilfe. Hier befasste sich Bergemann intensiv mit dem Stiftungsrecht. Heute lebt er als bekennender „Großstadtflüchtling“ mit seiner Frau und seiner Tochter in Schleswig.
Rechtsanwalt Björn-Sven Bergemann (58) hat vor drei Jahren eine Kanzlei in Schleswig eröffnet. Zuvor arbeitete der gebürtige Hamburger als Anwalt und in der Unternehmensberatung in Hamburg und Frankfurt, unter anderem bei der Mc-Donalds-Kinderhilfe. Hier befasste sich Bergemann intensiv mit dem Stiftungsrecht. Heute lebt er als bekennender „Großstadtflüchtling“ mit seiner Frau und seiner Tochter in Schleswig.

Der Einsatz für das Gemeinwesen gestaltet sich mühsam. Ein Designer-Wettbewerb soll der Institution jetzt ein Gesicht geben.

shz.de von
13. Mai 2015, 12:45 Uhr

Die „Bürgerstiftung Stadt Schleswig“ kommt ein Dreivierteljahr nach ihrer Gründung nur mühsam in Gang. Von dem anvisierten Stiftungskapital in Höhe von 50  000 Euro sind bislang erst etwa 20 Prozent zusammengekommen. „Die Menschen sind bei konkreten Projekten eher bereit, etwas zu geben“, weiß Initiator und Stiftungsvorstand Björn-Sven Bergemann. „Eine Bürgerstiftung ist zunächst mal eine abstrakte Sache“, sagt der Schleswiger Rechtsanwalt. Dabei steht dahinter die Idee, die Stadt und ihre Menschen voranzubringen. Die Stiftung soll den Bürgern eine Plattform bieten, um verschiedene Projekte – zum Beispiel in den Bereichen Jugendarbeit, Sport oder Naturschutz – zu verwirklichen und zu unterstützen.

Um sich mehr im Bewusstsein der Schleswiger zu verankern, soll die Bürgerstiftung nun ein Logo bekommen. Dazu haben die Verantwortlichen einen Wettbewerb ausgerufen. „Wir wollen dieses Logo nicht einfach aus dem Hut zaubern, sondern wir wollen eine möglichst große Auswahl haben und daher viele kreative Schleswiger motivieren, sich zu beteiligen“, sagt Bergemann. Der Stiftungsrat stellt sich ein Logo vor, das das Selbstverständnis der Bürgerstiftung – also den Gemeinschaftssinn und die lokale Verbundenheit – ebenso zum Ausdruck bringt wie die Eigenheiten der Stadt Schleswig. „Und natürlich soll es eine große Wiedererkennungskraft haben“, so Bergemann.

Bis zum 27. Mai haben Interessierte – Amateure ebenso wie Profidesigner – Zeit, ihre Entwürfe einzureichen. „Wichtig ist nur, dass die Teilnehmer aus Schleswig kommen“, heißt es in den Regularien, die sich auf der Internetseite www.buergerstiftung-schleswig. de finden. Die Logo-Vorschläge können per E-Mail (als PDF-Datei) an info@ buergerstiftung-schleswig.de eingereicht werden oder per Post an: Bürgerstiftung Stadt Schleswig, c/o RA Björn-Sven Bergemann, Gottorfstraße 5, 24837 Schleswig. Eine Jury, bestehend aus dem Stiftungsrat sowie Vertretern des öffentlichen Lebens, wird dann das Sieger-Logo küren.

Wenn die Bürgerstiftung mit dem Design erst einmal ein Gesicht hat, dann wird es auch leichter werden, weitere Gelder einzuwerben, ist Bergemann überzeugt. „Es geht nicht darum, jemandem 20  000 Euro aus der Tasche zu ziehen. Es geht um Beträge zwischen 500 und 1000 Euro.“ Das Ziel sei es, dass irgendwann auch mal Nachlassspenden in die Stiftung fließen. Bergemann: „Ein Traum wäre natürlich, wenn uns jemand sein Haus vererbt.“

Doch schon jetzt ist die Bürgerstiftung handlungsfähig und arbeitet an der Stärkung des Gemeinwesens. Als erstes konkretes Projekt ist im Juni in Zusammenarbeit mit der Stadt ein Grillfest für alle ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer aus Schleswig vorgesehen. Damit wolle man deren Engagement würdigen, so Bergemann.

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