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Schleswig : Bürgermeister-Wahlkampf: Wirbel um „Unruhestifter“

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Schleswiger Bürgermeister-Kandidat von SPD, SSW und Grünen, Arthur Christiansen, hat im Moment an zwei Fronten Ärger mit der CDU.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 07:45 Uhr

Schleswig | „Bürgermeister Christiansen leitet heiße Phase des Stichwahlkampfes ein“: So lautet die Überschrift über der letzten Pressemitteilung des von SPD, SSW und den Grünen getragenen parteilosen Bürgermeisterkandidaten Dr. Arthur Christiansen, derzeit noch Verwaltungschef in Handewitt. Sein Gegenkandidat bei der Stichwahl am 20. Oktober ist, wie bekannt, Frank Neubauer; der CDU-Mann wird von der örtlichen FDP unterstützt.

Doch unter der „heißen Phase“ des auch regional mit Spannung verfolgten Wahlkampfgeschehens dürfte sich der – nach eigenen Angaben – Magister der Erziehungs- und Doktor der Sozialwissenschaften etwas anderes vorgestellt haben als die Auseinandersetzungen, die sich derzeit um seine Person entwickeln. Denn da fliegen die Fetzen. Juristische Konsequenzen nicht ausgeschlossen. Dem langjährigen ehemaligen CDU-Mitglied ist es mittlerweile, so seine Mail von gestern an den Kieler CDU-Landesverband, „selbst peinlich, überhaupt noch mit CDU-Akteuren in Verbindung zu stehen“.

Aber von vorne. Am 27. September hatte Christiansen auf Anfrage der Schleswiger Nachrichten seine, so sagt er, „grundsätzliche Bereitschaft signalisiert“, an einer von den SN moderierten Debatte mit seinem Kontrahenten Frank Neubauer teilzunehmen: „Warum nicht?“ Neubauer selber hatte dem Kandidaten-Duell – das ursprünglich im öffentlichen Raum, später dann in den Redaktionsräumen stattfinden sollte – bereits zugestimmt. Nur der Termin fehlte noch.

Am 2. Oktober schlugen die SN den beiden Kandidaten den 15. Oktober als Gesprächstermin vor; publiziert werden sollte am 17.10.; die Antworten durften von Neubauer wie Christiansen redigiert werden. Gedacht war an eine Veranstaltung, bei der beiden Kandidaten, im Unterschied zu den bisher erfolgten Podiumsdiskussionen, ausführlich Gelegenheit zu pointierten Stellungnahmen gegeben werden sollte. Zusätzlich war für diesen Tag auch noch eine Veranstaltung des Friedrichsberger Bürgervereins mit Neubauer und Christiansen geplant – insgesamt ein kondensiertes Informations-Programm vor der Schleswiger Schicksalswahl.

Noch am Abend des 2. Oktober, 21.22 Uhr, meldete sich Christiansen per Mail in der Redaktion zurück und sagte, ohne einen alternativen Vorschlag, den Termin ab. Unter den Gründen: Das Thema „Zustand und Zukunft der Kommune“ (so der Arbeitstitel der SN-Debatte) sei „längst abgearbeitet“. Zudem habe er am 15.10. einen Termin in Gütersloh (was stimmt; dort tagt unter seinem Vorsitz der Bildungsausschuss des Deutschen Städte- und Gemeindebundes). Im übrigen sei die Anfrage „etwas drollig“. Und weiter: „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass Ihre Anfrage erst jetzt erfolgt.“ Schließlich, so Christiansen weiter, entspräche „ein Sechs-Augen-Gespräch ohne die anderen Medien zu beteiligen in keiner Weise meinen Vorstellungen einer objektiven Berichterstattung“. Auch das Gespräch mit den Friedrichsbergern wurde ohne einen Ersatztermin abgelehnt.

Der Schleswiger Frank Neubauer schäumte. In einer Pressemitteilung vom 9. Oktober bedankte er sich bei Bürgerverein und SN für das Angebot und klagte: „Kein öffentlicher Kandidatenauftritt mehr!“ Gegenüber dem Wähler sei dieses Verhalten „absolut respektlos“. Seinem Mitbewerber spreche er „die nötige Fähigkeit zur abgewogenen Prioritätensetzung“ ab.

Lässt sich dieses Hin und Her schon nicht mehr als typisches Wahlkampf-Geplänkel abtun, so wurde die Auseinandersetzung um Christiansen (Wahlkampf-Devise: „Arthur für Schleswig“) wenig später noch schärfer. Denn noch am gleichen Tag erhielt der SPD-Bürgermeisterkandidat Post vom CDU-Landesverband. Er habe „umgehend dafür Sorge zu tragen“, dass alle Fotos von ihm mit dem CDU-Ehrenvorsitzenden und früheren Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen wie auch mit dem früheren CDU-Landesvorsitzenden Jost de Jager in gedruckter wie digitaler Form „entfernt“ werden. Frist 10. Oktober 12 Uhr.

Die Frist verstrich, ohne dass sich etwa auf der Website von Christiansen etwas änderte (siehe Fotos). Kurz darauf ereilte ihn eine neue Fristsetzung. Jetzt forderte der Schleswiger CDU-Kreisverband , „nach Rücksprache mit dem Landesdatenschutzbeauftragten“, den Kandidaten auf, gemeinsame Fotos mit Wolfgang Börnsen und Petra Nicolaisen zu entfernen. Auch dafür habe er keine Zustimmung eingeholt. Frist für die Bereinigung: 11. Oktober, 12 Uhr.

Auf das Schreiben des CDU-Landesverbandes reagierte Christiansen „sehr gerne“ mit der Zusage, die Fotos zu entfernen.Die Frist des Kreisverbandes läuft noch. Doch mit den „CDU-Akteuren“ will der „Unruhestifter“(Christiansen) nichts mehr zu tun haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

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